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Rückzug der Lebensversicherer in Deutschland geht weiter

Auch Talanx gibt Tochter Aspecta auf

Hannover / Frankfurt am Main - Der Talanx-Konzern in Hannover verzichtet künftig auf einen seiner beiden Lebensversicherer. So soll die Aspecta-Lebensversicherung in Köln auf die HDI-Gerling-Lebensversicherung übertragen werden, Bestandskunden sollen innerhalb der HDI-Gerling in einer getrennten Gruppe weiter geführt werden.


Nicht überraschend kam nun die Meldung, dass sich auch die Talanx-Versicherungsgruppe wieder aus dem zuletzt schwierigen Lebensversicherungsgeschäft zurückziehen möchte - vorerst zumindest teilweise. Der Fortbestand zweier Marken mache keinen Sinn heißt es aus informierten Kreisen. Die Aspecta Lebensversicherung nahm jährlich etwa 500 Millionen EURO Prämie ein bei rund 700.000 Kunden, die HDI-Gerling-Lebensversicherung kommt auf etwa 2 Milliarden EURO bei etwa 2 Millionen Bestandskunden. Es kommt damit unter den deutschen Lebensversicherern zu einem weiteren Run-off nachdem auch schon der Ergo-Konzern die Victoria-Lebensversicherung still legen und abwickeln lässt.

Stephan Schäfer Foto, Vorstand der S&K Sachwert AG < / > Frankfurt am Main, benannte die Entwicklung auf dem Lebensversicherungsmarkt gegenüber dem Informationsdienst Frei-gesagt.de "logisch und konsequent". So hatte Schäfer bereits am 13. März vorausgesagt, dass sich das Geschäft mit Lebensversicherungen für die Assekuranzen immer unattraktiver entwickelt (siehe hierzu auch den Artikel "Risiko Lebensversicherung" auf Frei-gesagt.de vom 13. März 2010).

Die Aspecta suchte Mitte der 90er Jahre mit allen Mitteln Neugeschäft. Darunter kamen auch Lebensversicherungspolizzen über etwa 1,1 Milliarden EURO zustande, bei denen gar sechsjährige Kinder mit einer Laufzeit von 80 Jahren versichert wurden. Aspecta zahlte damals den Eltern Provisionen über gut 50 Millionen EURO. Das Konzept: Die Eltern legen das Geld an der Wertpapierbörse an, nach sieben Jahren deckt die Prämienzahlung die Provision und einen Gewinn für Aspecta; der Vertrag wird aufgelöst. Doch die Finanzaufsicht ließ das Geschäftsmodell nur kurze Zeit zu. Um die Abwicklung dieser Verträge gab es jahrelange Prozesse. Aspecta seinerseits forderte zwar Provisionen zurück, wollte aber bereits gezahlte Prämien nicht erstatten. Aus der Sicht von Aspecta habe der Lebensversicherer ja auch das Todefall-Risiko getragen.

Das Hauptgeschäft von Aspecta sind fondsgebundene Lebensversicherungen, die derzeit bei fast allen Lebensversicherern nur noch schleppende Renditen erwirtschaften. Auch weitere Ausstiege namhafter Versicherer werden erwartet. Lebensversicherungsverträge solcher Run-offs lassen sich womöglich noch günstig auf dem Lebensversicherungs-Zweitmarkt veräußern. "Doch auch hier gibt es bei den anbietenden Lebensversicherungskäufern hohe Qualitätsunterschiede, die der Polizzen-Inhaber unbedingt beachten müsse", sagt Stephan Schäfer.

S&K Unternehmensgruppe
 

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