"Zuwendung, Zärtlichkeit, Zeit" – Für eine rechte Familienpolitik
Gemeinschaft statt Gesellschaft
Wahlkampfzeit ist Wunschzettelzeit. Parteien überbieten sich in Versprechungen, was nach dem Wahltag alles besser werden soll. Im Zentrum des Ringens um den Wähler steht trotz aller ideologischen Bekämpfung durch die 68er noch die Familie. Eigentlich sollte sie längst abgeschafft sein – in Kinderkrippen ist eine totale Kontrolle viel besser möglich –, und trotzdem wird doch verbale Rücksicht auf so genannte konservative Schichten genommen.
Man könnte auch sagen, auf den normalen Bürger, der davon ausgeht, dass menschliche Gemeinschaft nur dann entstehen kann, wenn man selbst Gemeinschaft lebt. Linke und liberale Ideologen degradieren Mütter zur Gebärmaschine, Väter zu Zeugungsmaschinen. Wenn nicht abgetrieben oder verhütet wird, weil Kinder noch „stören“ in der Lebensplanung, soll der Staat nach dem „notwendigen Übel“ des Kinderkriegens möglichst schnell und geräuschlos dafür sorgen, dass die lieben Kleinen irgendwo untergebracht werden. Zur Kinderbetreuung gibt es dann „professionelle“ Kräfte, die die Heranwachsenden auf diese Gesellschaft abrichten sollen.
Wenn es nach der CDU ginge, dann wäre also eine neue Familienpolitik eine Mischung aus Fremdbetreuung und Freibeträgen und Kindergeld. Leider herrscht diese Auffassung auch in manchen rechten Kreisen vor. Die plakative Forderung nach 1.000 Euro Müttergehalt ist zwar an sich nicht falsch, greift aber zu kurz. Ebenso wie die der neue Vorschlag der CDU, einen Freibetrag von 8.004 Euro pro Kind und einen kostenlosen Kindergartenplatz anzubieten.
Der CDU-Vorschlag ist ganz und gar nach Effekten bemüht – also Wahlgeschenke –, der Vorschlag nach einem Müttergehalt von 1.000 Euro hat mit Systemkritik – so wie oft versprochen – wenig zu tun. Systemkritisch wäre zu fragen: Warum muss man sich in die Logik des Liberalismus begeben, der die Gemeinschaft des Volkes zur Gesellschaft und die Beziehung zwischen den Menschen zu Geschäftsbeziehungen degradiert? Kann man Mutterschaft so behandeln, wie einen normalen Arbeitsplatz? Vielleicht. Sollte man das? Welche Gründe kann man dafür anführen?
Rechte Opposition sollte hier klar und deutlich Position beziehen. Es ist zunächst einmal nicht hinzunehmen, das wir der Logik des Liberalismus folgen und die Beziehung der Menschen auf rein geschäftlicher Ebene betrachten. Der Liberalismus versteht ein Volk, wie dies Arthur Moeller van den Bruck festgestellt hat, als Summe der Einzelwesen. Die Rechte sieht die Gemeinschaft als Ganzes. Der Liberalismus ist rein materialistisch verfasst, wir Rechte wissen, dass Liebe kaufen und Liebe schenken sehr unterschiedliche paar Schuhe sind.
Rechte Familienpolitik muss also aus der Logik dieses Systems ausscheren. Es darf uns nicht um eine Ökonomisierung der Familie gehen. Familien müssen in der Lage sein, sich zu ernähren – und zwar durch Arbeit und nicht durch milde Gaben des Systems. Weder benötigen wir Krippengeschenke noch andere Beträge. Milde Gaben müssen dafür da sein, um Härten aufzufangen. Dieses System macht die Menschen erst durch Arbeitslosigkeit und Lohnkürzung arm, um ihnen dann vor den Wahlen Geschenke zu versprechen, die am Ende doch nicht eingehalten werden.
Eine Mutter ist keine normale sozialversicherungspflichtige Beschäftigte, und eine staatliche Erzieherin wird keine Mutter sein. Rechte Politik ist nicht ideologisch. Die Familie ist weder aus historischen noch aus ideologischen Gründen zu erhalten und zu würdigen, sondern aus rein rationalen Erwägungen. Die moderne Hirn- und Bindungsforschung hat längst bewiesen, dass Kinder im Umfeld der Familie viel gesünder aufwachsen als in staatlichen Verwahranstalten. Moderne Hirnforschung bestätigt, dass die emotionale Bindung und Entwicklung der Kinder Grundlage ist für eine gesunde Hirnentwicklung. Und eine gesunde Entwicklung ist Grundlage für jene Innovationen, die wir benötigen, um aus dem augenblicklichen Chaos wieder herauszukommen. So wie der große Pädagoge Pestalozzi feststellte: Kinder brauchen Zuwendung, Zärtlichkeit und Zeit. Die bekommen sie in der Familie am besten.
Die Neue Rechte will die Familie erhalten, stärken und ein Bewusstsein für deren Notwendigkeit schaffen. Eine gesunde Entwicklung der nachwachsenden Generation ist zwingend für die Gestaltung der Zukunft. Das muss die politische Botschaft sein.
Selbstverständlich gehört dazu auch die gerechte Behandlung der Familien. Es kann nicht sein, dass Kinder ein Armutsrisiko sind.
Wir brauchen: Arbeitsplätze für Deutsche und eine menschenwürdige Bezahlung. Ein Mindestlohn ist wichtiger als irgendwelchen fiskalische Versprechungen für Familien.