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Wie deutsch war Armin der Cherusker?

Vor zwei Jahrtausenden, im Jahre 9 nach Christus, vernichtete Armin der Cherusker in der Varusschlacht die Legionen der römischen Besatzungsmacht. Der Historiker Tacitus feierte Armin im Jahre 88 n. Chr. mit den Worten: „Ohne Zweifel der Befreier Germaniens, in den Schlachten von wechselndem Erfolge, im Kriege unbesiegt.“ Auf dem Hermannsdenkmal über Detmold trägt das Schwert des Cheruskerfürsten die Inschrift „Deutsche Einigkeit meine Stärke – meine Stärke Deutschlands Macht“. Der antinationalen CDU-Vorsitzenden und Bundeskanzlerin Merkel muss sich da bei der Einweihung der Ausstellung „Imperium, Konflikt, Mythos“ am Freitag vergangener Woche der Magen umgedreht haben. Das Projekt widmet sich in Haltern am See, Kalkriese und Detmold dem historischen Ereignis. Eine halbe Million Besucher werden erwartet.

„Die Welt“, das Flaggschiff des ausweislich seiner „Unternehmensgrundsätze“ ganz und gar an Israel und den USA orientierten Springer-Konzerns, verkündete nun auf der Titelseite, dass Armin kein Deutscher gewesen sei. In zahlreichen Organen wird der Sieg über die Römer im Jahre 9 zutiefst bedauert, weil unser Volk damit die Segnungen der römischen Kultur habe entbehren müssen und barbarisch geblieben sei – die Neuauflage einer abwegigen These des italienischen Diktators Mussolini.

Der kaum des Nationalismus verdächtige Heinrich Heine sah es anders: „Wenn Hermann nicht die Schlacht gewann, mit seinen blonden Horden. So gäb’ es deutsche Freiheit nicht mehr. Wir wären römisch geworden.“ Die Cherusker sind im 4. Jahrhundert n. Chr. in den Sachsen aufgegangen und in unserem Blutstrom präsent. Auf Tacitus berief sich Armin, auf das Vaterland, die Ahnen, Tradition und Freiheit. Unbestreitbar ist, dass er der Besatzungspolitik der Römer den entscheidenden Schlag versetzte und die Voraussetzungen für Deutschlands Freiheit schuf.

Mehr als merkwürdig muten die Bemühungen an, deutsche Nationalhelden einer strengen Deutschtumskontrolle zu unterwerfen. Gewiss war Prinz Eugen französischer Herkunft – und doch Befreier Deutschlands von der türkischen Gefahr. Feldmarschall Radetzky, der ruhmreiche Sieger über Napoleon, bekannte ungeachtet seiner tschechischen Abstammung: „Auch in meiner Brust schlägt ein stolzes deutsches Herz.“ Hunderte deutsche Helden beider Weltkriege von Nowotny bis Marseille sind nicht deutscher Abstammung. Das mindert unseren Stolz auf sie in keiner Weise.

Dr. Gerhard Frey


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