Türkei – Istanbul: Skandal - Gilt Tierschutzgesetz nicht für die Stadtverwaltung? Vergiften statt versorgen
Mag sein, dass die Regierungsverantwortlichen einer Metropole wie Istanbul mit ihren 13 bis 17 Millionen Einwohnern - niemand weiß die genaue Zahl - andere Probleme hat, als sich um ihre schätzungsweise 150.000 heimatlose Hunden und Katzen zu kümmern.
Ungelöste Probleme zu sozialen Fragen, Verkehr, Energie, Trinkwasser und Umwelt fordern die ganze Aufmerksamkeit der politischen Gremien und städtischen Verwaltung.
(News4Press.com) atr 26.04.08 - Warum aber werden Hilfsmaßnahmen von internationalen Tierschutzorganisationen und nationalen Hilfsorganisationen behindert, wenn diese - ohne dafür von der Stadtverwaltung Geld zu verlangen - das Problem der Straßenhunde und Katzen zumindest ein Stück zu mildern, so weit wie sie dies mit ihren begrenzten Geldmitteln und menschlichen Kapazitäten können.
TÜRKISCHES TIERSCHUTZGESETZ VON 2004 WIRD MIT FÜSSEN GETRETEN
Vor wenigen Tagen hat die Aktuelle Türkei Rundschau neue Informationen zu den Ereignissen von Istanbul erhalten. Als eine erste Reaktion veröffentlicht sie deshalb in ihrer neuen Ausgabe (25.04.2008) den Brief, den die deutsche Sektion der internationalen Tierschutzorganisation PETA e.V. zusammen mit Corinna Schumacher, Ehefrau von Michael Schumacher, an den Oberbürgermeister von Istanbul gesandt hat.
In dem Brief wird der Oberbürgermeister Kadir Topbas eindringlich gebeten, streng gegen das Vergiften von heimatlosen Tieren vorzugehen. Immer noch würden diese auch um Auftrag von Gemeinden gnadenlos vergiftet, heißt es in dem Schreiben.
Laut PETA Deutschland e.V. gibt es zahlreiche Beispiele, wo Gemeinden sogar verletzte und kranke Tiere einfangen und anstatt sie zu versorgen, in kargen Gegenden aussetzen, wo sie keinerlei Überlebenschancen haben. Immer wieder finden zudem regelrechte Vergiftungsaktionen statt, selbst in städtischen Tierheimen, obwohl dies ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz darstelle.
„Das sind zwar billige, keinesfalls aber akzeptable Lösungen um die Überpopulation von Hunden und Katzen einzudämmen“, so Carola Schmitt, Sprecherin von PETA Deutschland e.V. „Der momentane Umgang mit den Tieren steht im Widerspruch zum verliehenen Titel europäische Kulturhauptstadt 2010“, so Schmitt von PETA Deutschland e.V. weiter.
Corinna Schumacher, PETA Deutschland e.V. und die türkischen Tierschützer hoffen jetzt, dass der Oberbürgermeister sich persönlich dafür einsetzt, dass diese herzlosen Übergriffe auf Istanbuls Tiere sofort gestoppt und stattdessen konsequente Kastrationsprojekte zur Anwendung kommen. Aktuelles Beispiel: in der Gemeinde Beykoz wurden am Wochenende tote Hunde gefunden, verscharrt in einer Grube.
ATR BEREITET AUSFÜHRLICHEN BERICHT VOR
Der Chefredakteur der Aktuellen Türkei Rundschau, Jürgen P. Fuß, kündigte jetzt an, dass seine Zeitung einen ausführlichen Bericht über die Vorgänge in Istanbul in einer der nächsten Ausgaben veröffentlichen wird. «Diese massiven Verstöße gegen den Tierschutz in der Türkei sind leider keine Ausnahme. Immer wieder erreichen uns Berichte von vergifteten Tieren und von türkischen Tierheimen, die in ihrer Arbeit massiv von Bürgern aber auch von staatlichen Stellen behindert werden. Es handelt sich hierbei um ein Problem, dem sich früher oder später auch Politiker der Europäischen Union zu wenden müssen», so der ATR-Chefredakteur.
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