Türkei – Deutschland: Sabrina A. - Untersuchungshaft nur gegen Kaution ausgesetzt
Am Mittwoch dieser Woche hat der zweite Verhandlungstag gegen die 19-jährige Deutsche, Sabrina A. stattgefunden. Sie wird beschuldigt, als Drogenkurier versucht zu haben, aus der Türkei einen Koffer mit fünf Kilogramm Heroin nach Deutschland zu bringen. Der Chefredakteur der Aktuellen Türkei Rundschau, Jürgen P. Fuß, berichtet in der neuesten Ausgabe der ATR von dem in der und beleuchtet Hintergründe
(News4Press.com)- Izmir / Antalya) - Gegen Zahlung einer Kaution von 20.000 YTL (rund 10.200 Euro) könnte Sabrina aus der Untersuchungshaft entlassen werden. Aber derzeit sieht es ganz danach aus, dass die Entscheidung des Gerichtes für Sabrina ohne Bedeutung sein wird. Denn weder sie selbst noch ihre Angehörigen sind in der Lage, diesen Betrag aufzubringen.
TROTZ ENTLASTENDER ZEUGENAUSSAGE IMMER NOCH KEIN ENDE DES PROZESSES
Erst nach mehr als neun Monaten hatte am 25.März diesen Jahres die erste Gerichtsverhandlung stattgefunden, in der über Schuld oder Unschuld der jungen Deutschen entschieden werden sollte. Am Ende des ersten Verhandlungstages war die Untersuchungshaft für den mitangeklagten Taxifahrer unterbrochen worden, da nach Überzeugung des Gerichtes diesen keine oder nur eine geringe Mitschuld treffen würde. Der Hauptangeklagte Nihat und die mit angeklagte Sabrina A. mussten weiter in Untersuchungshaft bleiben.
KAUM AUSSICHT, AUS DER UNTERSUCHUNGSHAFT RAUS ZU KOMMEN
Nachdem bereits in der ersten Verhandlung der türkische Hauptangeklagte Nihat die Deutsche vollständig entlastet hatte und jetzt am zweiten Verhandlungstag der aus Deutschland angereiste Lebensgefährte die Aussagen von Sabrina und Nihat bestätigte, hatte man allgemein mit einer Entscheidung des Gerichtes zu Gunsten von Sabrina gerechnet.
Doch die jetzt von dem Gericht in Izmir getroffene Entscheidung ist für die junge Deutsche nur ein Papyrussieg, denn sie wird aller Voraussicht nach mindestens bis zum nächsten Verhandlungstag mit großer Wahrscheinlichkeit weiter in Untersuchungshaft bleiben müssen. Der Grund: weder die Deutsche noch die Angehörigen werden die Kaution aufbringen können.
WARUM WURDE EINE SO HOHE KAUTION FESTGELEGT?
Es ist schwer nachvollziehbar, wieso das Gericht von der mittellosen Deutschen eine Kaution von 20.000 YTL erhalten will. Da gleichzeitig wurde auch ein Ausreiseverbot verhängt wurde, könnte Sabrina A. die Türkei ohnehin auf legalem Weg nicht verlassen. Und in unerlaubtes Verlassen des Landes käme für sie ohnehin nicht in Betracht, da sie dann in Deutschland in einem Prozess rechnen müsste und eine Flucht auch schnell als Eingeständnis einer Schuld gewertet werden könnte.
Auch die Höhe der Kaution muss überraschen. Prozessbeobachter wollen aber nicht ausschließen, dass hier ein Zusammenhang besteht, der für Außenstehende nicht erkennbar ist. Für die Verteidigung der Angeklagten hatte der türkische Anwalt ein Honorar von 20.000 Euro gefordert. Wie Kenner der türkischen Verhältnisse meinen, ein sehr üppig bemessenes Honorar. Dort die deutschen Eltern hatten vor wenigen Monaten keine Möglichkeit gesehen, ein für sie günstigeres Honorar auszuhandeln.
Sie verfügten über keinerlei Kontakte in die Türkei und kannten nicht die türkischen Gepflogenheiten. sie waren nur von einem Wunsch getragen: Sabrina mit ihrem Baby so schnell wie möglich nach Deutschland zurück zu holen. Doch bis heute haben sie nur die Hälfte des Honorars aufbringen können, zu dass noch ein Betrag von 10.000 Euro offen ist.
Einen Kommentar zum Prozessverlauf von Sabrina A. können Sie hier lesen:
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