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Telefonverkauf mit Aktien, Genusscheinen, Inhaberschuldverschreibungen - Vorsicht Falle!



Schnelles Geld an der Börse verdient nur der Telefonverkäufer - Ihr Geld! Verbraucherdienst e.V. zeigt an Hand eines Beispiels auf wie Sie erkennen können, wann Misstrauen der beste Schutz vor Betrug ist.

(News4Press.com) Immer wieder werden Wertpapiergeschäfte per Telefon angepriesen. Zwar hat der Angerufene nie sein Einverständnis gegeben für diesen Werbeanruf (Cold Call), aber der Anrufer versteht sein Geschäft und kommt gleich zum Thema. Es geht um Geld, sehr viel Geld, das man in kurzer Zeit auf einfache Weise mit seinem Anlagetipp an der Börse erwirtschaften kann. Eigentlich handelt es sich schon fast um einen “Insider-Tipp“.

Inhaltlich kann es sich um vorbörsliche Aktien (nicht gelistete Aktien) für alternative Energien, Immobilienaktien, oder Aktien des Open Market handeln. Auch Genusscheine, Inhaberschuldverschreibungen mit hohen Zinssätzen (bis zu 10% Zinsen im Jahr) werden angeboten.

„... man arbeite mit einem großen Unternehmen in der Schweiz zusammen, daher sind besonders lukrative Einstiegsmöglichkeiten vorhanden. Zudem habe der Kurs an der Telefonbörse Frankfurt schon wieder zugelegt. Warum also nicht schnell einsteigen und die Gewinne mit abschöpfen?“

Solchen oder ähnlichen Inhalts sind die Gespräche zum Einstieg.

“Wollen Sie jetzt endlich dabei sein? Dann könnten Sie sich endlich Dinge leisten die sich immer gewünscht haben.“

Wer misstrauisch ist wird einige Tage später erneut angerufen - und provokant unter Druck gesetzt: “Haben Sie keinen Mut? Können Sie nicht rechnen? Weiß Ihre Frau / Ihr Mann überhaupt, auf was Sie an Geld verzichten?“

Und es folgen Zahlenbeispiele etwa in der Form:
“ Schauen Sie, bei einer Kurssteigerung von nur einem Euro und dem derzeitigen Einstiegskurs von 25 Eurocent ... Also, beim Kauf von 1000 Aktien hätten Sie 250 Euro investiert und innerhalb kürzester Zeit 1000 Euro verdient.
Stellen Sie sich vor Sie erwerben für 5000 Euro Aktien zum derzeitigen Kurs von 25 Eurocent. Sie erhielten 20.000 Aktien für diesen Betrag. Bei der zu erwartenden Kurssteigerung von einem Euro in den nächsten Wochen würden Sie 20.000 Euro nach Abzug der Einstiegskosten erwirtschaften. Das können Sie nicht einmal in Ihrer Selbstständigkeit in so kurzer Zeit erwerben ...“

Solche und durchaus drastischere psychologische Werbeaussagen werden verwendet um den Angerufenen zu überzeugen. Damit eine direkte Rechtsverfolgung ausgeschlossen werden kann, schickt man den neu gewonnenen Kapitalanleger zum Erwerb der Aktien zu seiner Hausbank. So wird das Geld nicht direkt auf den eigenen Konten des Anbieters entgegen genommen.

Die Riskoaufklärung ist mangelhaft bis ungenügend.
Das böse Erwachen lässt nicht lang auf sich warten. Wertpapiere des unregulierten Open Market sind zum überwiegenden Teil maximal für den Papierkorb geeignet. Der Verkauf solcher Papiere gestaltet sich sehr schwierig, ist teilweise nahezu unmöglich. Selbst für professionelle Day-Trader, die ihre Kurse realtime (live) verfolgen und keine Minute aus den Augen lassen, ist das Verlustrisiko noch hoch. Für einen normalen Kapitalanleger können solche Anlagen nicht positiv ausgehen – was verschwiegen wird.

Wo ist der Gewinn für die Anbieter?

Der Anbieter arbeitet mit dem Inhaber der angebotenen Wertpapiere zusammen. Seine konzertierte Telefonaktion auf das betreffende Wertpapier, und die damit verbundenen Käufe, treiben den Kurs nach oben. Dies ist auch der Grund dass erst sehr spät seitens der Anleger bemerkt wird, dass sie einem Betrugsmanöver erlegen sind – Sie erleben zunächst einen schnell steigenden Kurs wie versprochen. Erst wenn der Kurs stagniert oder beginnt zu fallen versuchen sie zu verkaufen. Meist vergeblich, da die Aktien unbekannt oder sogar unbedeutend sind im Markt und sich keine Käufer finden.

Die Anbieter jedoch haben längst reagiert.
Während die durch die Telefonaktionen von ihnen selbst künstlich erzeugte Nachfrage den Kurs in die Höhe treibt, verkaufen sie weitere Anteile mit entsprechendem Gewinn. Gleichzeitig stehen dem Markt so für die künstlich erzeugte Nachfrage ausreichend Anteile zur Verfügung. Nun brauchen die Anbieter nur noch abzuwarten bis die von ihnen überredeten Anleger mit zunehmend fallenden Kursen die Papiere mit Verlust wieder verkaufen wollen. Ist der Kurs weit genug gefallen, kaufen die Initiatoren ihre eigenen Papiere zum „Penny-Stock-Preis“ wieder zurück und – das Spiel kann von neuem beginnen. Man könnte, wollte man böse formulieren, fast von einem Schneeballsystem sprechen.

Die Hauptaktionäre sind meistens die Gründer.
Der Emissionsprospekt weist aus, dass die Aktien zu 49% in Streubesitz herausgegeben werden. Die Pflicht zur Auflistung der einzelnen Anteilseigner entfällt damit, das Geschäft bleibt anonym. Emmissionsprospekte werden vom Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel nur formal geprüft. Das heisst, es wird nicht die Rentabilität des Unternehmens überprüft.

Haben die Anleger erst Ihr Geld verloren werden Sie für die Abzocker noch interessanter.
Sie werden dreist erneut angerufen und mit Offerten konfrontiert, die die realisierten hohen Verluste “sicher wieder kompensieren werden“. Wer dies glaubt ist auch seinen neuerlichen Einsatz los. Diese bittere Wahrheit müssen jedes Jahr Tausende Bürger verkraften.

Verbraucherdienst e.V. zählt hier abschließend einige Firmen auf, die in der geschilderten Weise Offerten anbieten. Es gibt eine Vielzahl ähnlicher Offerten und Anbieter. Sollten Sie davon betroffen sein, wir können helfen.

Genisis Capital AG , Ecotrade Invest AG aus der Schweiz, Curati AG, C Maxx GmbH & Co. KG. , Winnerstar24, Sole Invest GmbH, Freilassing, Belleros Premium Media Ltd., Hamburg, AECC Inc., New York, Immobase AG aus Duisburg.


Verbraucherschutz mit Verbraucherdienst e.V. - Aktive und umfassende Sofort-Hilfe für Geschädigte! Wir helfen gegen Abzocker, betrügerischen Kredit ohne Schufa-Auskunft, falsche Gewinnversprechen bei Gewinnspielen, unrechtmässige Abbuchungen und Abzocke bei Gewinnspiel, unlautere Telefonanbieterverträge durch Cold Calls, Betrug bei Geldanlagen, Inhaberschuldverschreibungen und Unternehmensbeteiligungen, Timesharing mit Immobilien im Urlaub, Inkasso-Abzocke.

Verbraucherdienst e.V.
Michaela Zensen-Döhring
Gänsemarkt 47
45127  Essen 
Tel:0201 - 176 790  
Fax:0201 - 176 791
info@verbraucherdienst.com







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