Das Institut für Staatspolitik zeigt in seiner neuesten Studie das dramatische Scheitern der "Regenbogennation" - die in wenigen Tagen die Fußballweltmeisterschaft ausrichten wird.
(News4Press.com) Pünktlich in die Vorbereitungsphase der Nationalmannschaft auf die Fußball-Weltmeisterschaft hinein erscheint die Studie 16 des Instituts für Staatspolitik: "Südafrika. Vom Scheitern eines multiethnischen Experiments". Diese Studie ist eines der wenigen Gegengewichte zu einer „Verschwörung der Schönredner“ und befaßt sich mit dem Scheitern des Landes, das einmal als das „power house“ des Kontinents galt.
Im April 1994 beendete Südafrika den Wandel vom international isolierten Pariastaat zum weltweit bejubelten "Wunder". Dieses bestand darin, daß die weiße Minderheit wider Erwarten friedlich die Macht an die schwarze Mehrheit abgab. Wie bei fast jeder Machtübernahme in Afrika waren die Prognosen für das Land von einem extremen Optimismus bestimmt, der weniger auf realistischen Einschätzungen als vielmehr auf ideologisch gefärbten Utopien und Hoffnungen beruhte.
Vor allem die weltanschauliche Unbeirrbarkeit in der Entwicklungspolitik und ein außerordentliches Vertrauen in die Führungsqualitäten der jeweils favorisierten afrikanischen Befreiungspolitiker sind seit dem Beginn der Entkolonialisierung ausschlaggebend für die Einschätzungen westlicher Meinungsführer. Nelson Mandela, als erster schwarzer Präsident des Landes, wurde zur Ikone westlicher Medien und Entscheidungsträger.
Daran hat sich bis heute nichts geändert. In einem Video-Podcast anläßlich der Füßballweltmeisterschaft stellte Bundeskanzlerin Angelika Merkel fest, daß es in Südafrika noch viele Probleme gebe, das Land sich aber in den letzten zwanzig Jahren hervorragend entwickelt habe. Die Studie des IfS zeigt dagegen, daß Südafrika in allen Bereichen (v.a. Bildung, innere und äußere Sicherheit, medizinische Versorgung) hinter den Standard von 1990 zurückgefallen ist – in einem Maß, das die Stabilität und den Bestand der Nation gefährdet - und die Vergabe der Fußballweltmeisterschaft 2010 nach Südafrika zu einem unkalkulierbaren Risiko macht.
Institut für Staatspolitik
Dr. Erik Lehnert
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