Mißbrauchs-Zahlen bei kath. Priestern weit (36-fach) unter dem Durchschnitt
Erzbischof Tomasi wird von Kriminal-Experten bestätigt
(News4Press.com)
Pressemeldung des Christoferuswerks vom 8.2.2010
Die kürzliche Attacke des „Spiegel“(Nr. 6/2010) mit dicken Lettern „Die Scheinheiligen“ und einem infamen, kirchenfeindlichen Titelbild ist in ihrer Art bzw. Unart weder fair noch in der Sache zutreffend. Die realen Daten und Fakten führen zu einer völlig anderen Einschätzung, als das linke Meinungsmagazin dies suggeriert.
Der Vatikan-Beobachter bei der UNO in Genf, Erzbischof Silvano Tomasi, wird in seinen Klarstellungen nunmehr von Expertenseite bestätigt: Der Kurienvertreter hatte Ende September 2009 vor dem UNO-Menschenrechtsrat vorgeschlagen, in puncto Kindesmißbrauch nicht allein auf die katholische Kirche zu starren, sondern auch andere Konfessionen und Religionsgemeinschaften in den Blick zu nehmen.
Tatsächlich steht vor allem die kath. Kirche im Visier öffentlicher Vorwürfe, auch angesichts erschreckender Vorgänge in einigen deutschen Jesuitenschulen, die mitunter leichtfertig dem katholischen Klerus insgesamt angelastet werden.
Erzbischof Tomasi wies darauf hin, daß die meisten Mißbrauchs-Fälle im US-kirchlichen Bereich in protestantischen Konfessionen zu verzeichnen sind. Auch die entsprechenden Skandale in jüdischen Gemeinden der USA liegen im Zahlenvergleich weit über den Mißbrauchsvorfällen in der kath. Kirche. Tomasi erklärte daher: „So wie die kath. Kirche vor ihrer Türe kehrt, sollten das auch andere Institutionen tun – und zwar mit der gleichen Offenheit gegenüber den Medien.“
Inzwischen liegt exaktes Datenmaterial vor, das beweist, daß die Mißbrauchszahlen in der kath. Kirche tatsächlich, wie von Erzbischof Tomasi behauptet, weit unter dem üblichen Durchschnitt liegen. Ein entsprechendes Dossier wurde unlängst von Dr. Johannes M. Schwarz veröffentlicht - hierzu der Link: http://www.kath.net/detail.php?id=25476
Inzwischen ist überdies klar, daß ausgerechnet die vom „Spiegel“ veröffentlichten Zahlen über Mißbrauchsfälle von Priestern beweisen, daß sexueller Mißbrauch bei kath. Geistlichen sehr viel seltener vorkommt als bei anderen erwachsenen Männern.
Der Berliner Kriminal-Psychiater Hans-Ludwig Kröber erklärte am 6.2.2010 gegenüber der Presseagentur „Kipa“, daß die vorliegenden Daten die Auffassung nahelegen, wonach katholische Priester wegen ihrer geistigen Grundhaltung weitgehend davor geschützt sind, zu Mißbrauchstätern zu werden.
Prof. Dr. Hans-Ludwig Kröber ist Mitherausgeber des Standardwerkes „Handbuch der Forensischen Psychiatrie“. Seinen Studien zufolge ist die Wahrscheinlichkeit, daß ein kath. Priester zum Mißbrauchs-Täter wird, 36 x mal geringer als bei Männern, die nicht zölibatär leben.
Es bestehe allerdings aufgrund der einseitigen Medienberichterstattung die Gefahr, so Prof. Kröber, daß die kath. Kirche in einen „Selbstgeißelungs-Furor“ gerät und alle Anschuldigungen ungeprüft hinnimmt. Auch angebliche Opfer müßten durchaus akzeptieren, daß man ihre Angaben sorgfältig prüft, erklärte Prof. Köber, womit er an fundamentale rechtsstaatliche Grundsätze erinnert.
Felizitas Küble, Vorsitzende des Christoferuswerks in Münster
Das Christoferuswerk in Münster ist eine als gemeinnützig anerkannte Aktionsgemeinschaft katholischer und evangelischer Christen, die 1971 vom kath. Jugendschriftsteller Günter Stiff (Münster) gegründet wurde und sich für christliche Medien- und Öffentlichkeitsarbeit einsetzt.