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Selbstsabotage? Nein, danke!


Wir Menschen denken ständig. Schon morgens nach dem Aufstehen geht es los. Wir denken, wenn wir den Tag oder unsere Zukunft planen. Wir denken über uns selbst, unser Leben, über andere Menschen oder die Welt nach. Manche Gedanken sind uns bewusst, andere unbewusst. Ebenso fühlen und handeln wir auch ständig.


Selbstsabotage? Nein, danke!

(News4Press.com) Nun ist ein Großteil der Menschen folgendem Trugschluss aufgesessen: Die Gefühle, die viele von uns als negativ einstufen, z.B. starke Wut, Panik oder Verzweiflung, würden durch eine entsprechende vorausgehende Situation bzw. durch das Verhalten anderer Menschen uns gegenüber hervorgerufen.

Herbert und Hannelore

So sagt beispielsweise jemand: "Herbert (oder Wolfgang, Hannelore, Ilse oder ... die Namen sind völlig willkürlich ausgewählt und haben hier keine Bedeutung oder persönliche Beziehung) macht mich mit seinem unmöglichen Verhalten mir gegenüber immer so wütend!"
Das ist ja einfach!
Aber ist es denn wirklich so?
Folgt tatsächlich direkt aus Herberts Verhalten meine Wut?
Wenn ja, wie schafft Herbert das?
Oder müsste die Frage vielleicht doch anders lauten: Wie schaffe ICH es, mich in dieser Situation so wütend zu machen?
Hui... diese letzte Frage ist für viele Menschen häufig erstmal nicht logisch, nicht verständlich und auch irgendwie nicht akzeptabel. Schließlich geht man ja seit Jahren und Jahrzehnten davon aus, dass die anderen (z.B. Herbert oder Hannelore) einen so wütend machen. Und nun wird gesagt, dass wir unsere unangemessenen Gefühle selbst machen?
Genau!
Denn zwischen der scheinbar Wut auslösenden Person oder Situation und der aufkommenden Wut ist noch etwas: Unser Denken!
Wenn es um dieses Denken geht, sprechen wir auch von bestimmten Denkmustern, Glaubenssätzen oder Überzeugungen (engl. beliefs).

Das MUSS als innerer Tyrann

Wann werden diese Denkmuster oder Überzeugungen zu einem "inneren Tyrannen"?
Sobald sie einen MUSS-Charakter haben!
In unserem Beispiel "Herbert" sind typische irrationale Überzeugungen am Werk:
"Herbert (und übrigens auch alle anderen Menschen) MUSS freundlich und höflich zu mir sein!"
Oder: "Herbert DARF so NICHT mit mir umgehen!"
Diese Denkmuster nennen wir irrational. Da sie zu unangemessenen Gefühlen, z.B. zu starker Wut, bei uns führen, nennt man sie auch selbstschädigend. Sie nehmen den Charakter von absolutistischen Forderungen, gar von inneren Gesetzen ein.
Da diese Forderungen (z.B. "Herbert MUSS...) "nur" in unserem Kopf existieren und eben keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit oder Wahrheit erheben können, sprechen wir beim dauerhaften Festhalten an diesen Überzeugungen auch von (mentaler) Selbstsabotage.

Und es geht für gewöhnlich noch weiter: Nicht nur, dass Herbert angeblich nicht so sein DÜRFE bzw. sich mir gegenüber höflicher und respektvoller verhalten MÜSSE (so ja meine Forderung, mein Gesetz) ... nein ... die Tatsache, dass er sich so unmöglich mir gegenüber verhält, ist SCHRECKLICH, FÜRCHTERLICH und für mich NICHT AUSZUHALTEN!
Zu Herberts "Gesetzesverstoß" kommt nun noch meine katastrophisierende Bewertung ("Das ist SCHRECKLICH") und meine geringe Frustrationstoleranz ("ICH KANN DAS NICHT AUSHALTEN, ICH HASSE ES!") hinzu. Gerne schließt sich dem auch noch eine sogenannte globale negative Personenbewertung an: Herbert ist dann nämlich INSGESAMT (und nicht nur in diesem Einzelverhalten mir gegenüber) ein Mistkerl oder schlechter Mensch.

Wir haben die Wahl

Hilfreicher und gesunder sind dem gegenüber rationale Überzeugungen und Bewertungen mit der Folge angemessener Gefühle, z.B. "Ich würde mir WÜNSCHEN, dass Herbert sich freundlicher mir gegenüber verhält!" oder "Es WÄRE SCHÖN, wenn Hannelore netter zu mir wäre!". Sollte er oder sie jedoch so weitermachen, GEFÄLLT es MIR zwar NICHT, aber ich kann es durchaus aushalten. Er oder sie ist dann auch NICHT INSGESAMT ein schlechter Mensch (denn bestimmt hat er auch noch irgendwelche guten Seiten), sondern er ist in diesem speziellen Verhalten vermutlich noch lernfähig."

Diese Änderung in unserem Denken führt schließlich dazu, dass ich bei einem erneuten ungehobelten Verhalten eines Menschen mir gegenüber auf der Gefühlsebene nicht mehr mit starker Wut, sondern beispielweise nur noch mit Ärger oder Enttäuschung reagiere. Das wäre ein angemessenes Gefühl.

Auch unser Handeln, unsere Reaktionen auf der Verhaltensebene wird von unseren Gefühlen beeinflusst. So sind unsere Verhaltensweisen, die sich in Folge irrationalen Denkens (Forderungen, Gesetze) mit den daraus entstehenden unangemessenen Gefühlen (z.B. starke Wut) ergeben, häufig nicht zielführend.
In unserem Beispiel könnte die starke Wut zu einer überschießenden Reaktion gegenüber Herbert führen. Man schreit ihn an, wird möglicherweise sogar handgreiflich oder spricht nie mehr ein Wort mit ihm.
Ist das Ziel jedoch ein sachliches Gespräch mit der Möglichkeit, die Beziehung zwischen Herbert und der anderen Person zu verbessern, ist eine solche Reaktion wohl nicht zielführend. Die Wahrscheinlichkeit, das genannte Ziel zu erreichen, dürfte sich deutlich erhöhen, wenn man sich eben nicht wütend, sondern eben nur enttäuscht fühlt.

Wir haben also die Wahl, was wir denken und die der Folge fühlen und tun möchten.

Mehr Gelassenheit und Zufriedenheit

In Coaching-Prozessen ist das rational-emotive Vorgehen eine von mehreren effektiven Möglichkeiten. Die Aneignung rationaler Denkmuster mit nachfolgendem regelmäßigem Training derselben führt in vielen Lebensbereichen zu mehr Gelassenheit und mehr Zufriedenheit.

Im Coaching mit dem Schwerpunkt Hochsensibilität ist dieses Vorgehen ebenso lohnenswert, da gerade hochsensible Menschen häufig schnell starke Gefühle entwickeln.
Natürlich "muss" die rational-emotive nicht die einzige Vorgehensweise sein. Durchaus ist sie gut mit anderen Methoden kombinierbar, z.B. dem NLP, dem lösungsorientierten oder auch dem humorvoll-provokativen Ansatz.

Es lohnt sich, hierüber nachzudenken!




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