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Sehr erfreuliches Urteil zu Schiffsfonds: CFB-162-Anlegerin bekommt Investment plus Zinsen zurück.



Sehr erfreuliches Urteil zu Schiffsfonds: CFB-162-Anlegerin bekommt Investment plus Zinsen zurück.
Bild Orginalgrösse. (Bildrechte: BSZ® Bund für soziales und ziviles Rechtsbewußtsein e.V. )

Abstract: Die Richter stellten massive Prospektfehler fest.



(News4Press.com) Das Landgericht Düsseldorf hat einer Anlegerin eines Schiffsfonds aufgrund von Falschangaben im Emissionsprospekt vollen Schadensersatz zugesprochen. Sie erhält nun ihr Investment plus Zinsen zurück, abzüglich der Ausschüttungen insgesamt rund 25.500 Euro.

Die Richter stellten massive Prospektfehler fest,

teilt die hier berichtende BSZ e.V. Anlegerschutzkanzlei mit, die die Anlegerin aus dem niedersächsischen Hagen bei Bremerhaven vertritt. Im Prospekt zum Fonds „CFB 162 MS Gabriel Schulte“ werde ein irreführender Gesamteindruck erzeugt, der die aufgrund der hohen Volatilität des Schiffschartermarktes tatsächlich geringe Planungssicherheit der Anlage pflichtwidrig verharmlose, heißt es im Urteil (Az. 13 O 211/17). So würden die Risikohinweise entwertet.

Die Anlegerin hatte im Jahr 2007 für 50.000 US-Dollar eine Beteiligung an dem Schiffsfonds gezeichnet. An dem seinerzeit exklusiv über die Commerzbank AG vertriebenen Fonds ihrer Tochtergesellschaft CFB Commerz Fonds Beteiligungsgesellschaft mbH haben sich etwa 1.200 Anleger mit einem Kapital von insgesamt rund 45 Millionen US-Dollar beteiligt. Rückflüsse gab es laut der hier berichtenden BSZ e.V. Anlegerschutzkanzlei nur in Höhe von rund 27 Prozent, die Anleger hätten also mehr als 70 Prozent ihres eingezahlten Kapitals verloren. Der BSZ e.V. Anlegerschutzanwalt und Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht ist überzeugt, dass auch die Commerzbank als Mutter der CFB Commerz Fonds Beteiligungsgesellschaft von den irreführenden Formulierungen im Fondsprospekt gewusst haben muss.

Die hier berichtende BSZ er.V. Anlegerschutzkanzlei vertritt bereits zahlreiche weitere Anleger von CFB-Fonds. Die könnten jetzt deutlich entspannter dem eigenen Rechtsstreit entgegen sehen, meint der Anwalt. Das Düsseldorfer Landgericht habe in der Darstellung einer angeblichen Planungssicherheit einen schweren Aufklärungsfehler gesehen. „Ein sehr erfreuliches Urteil, das Signalwirkung haben dürfte, denn auch bei anderen CFB-Fonds wurden nahezu identische Angaben gemacht, obwohl lediglich für die Anfangsjahre ein Festchartervertrag existierte", so der Anlegerschutzanwalt.

Das Urteil sei deshalb nicht nur für bereits anhängige Rechtsstreitigkeiten richtungsweisend, es sei auch interessant für CFB-Schiffsfondsanleger, die ihre Beteiligung in der zweiten Jahreshälfte 2008 oder später gezeichnet haben, bislang aber noch nicht gegen die Fondsemittentin klagen würden.

Im Fondsprospekt zum „CFB-162“ werden laut dem Anwalt Expertisen angesehener Branchenanalytiker derart unvollständig zitiert, dass deren Aussagen ins genaue Gegenteil verkehrt werden. So rechnete etwa das britische Analysehaus Drewry mit sinkenden Charterraten - ein ganz wesentlicher Aspekt für die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung eines Schiffsfonds, während im Fondsprospekt dagegen nur jener Teil des Gutachtens zitiert wurde, in dem von „positiven Umschlagprognosen" die Rede ist. Ähnlich verhalte es sich mit Feststellungen des Bremer Institutes für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL), die im CFB-162-Prospekt ebenfalls völlig aus dem Zusammenhang gerissen zitiert worden sind, wobei auch hier die Kernaussage in ihr Gegenteil verkehrt wurde. Der Anwalt: „Aufgrund der zitierten renommierten Experten und Gutachter musste sich den Anlegern der Eindruck aufdrängen, sie investieren in ein zukunftssicheres Schiff, dessen wirtschaftlicher Erfolg quasi garantiert ist." Das genaue Gegenteil sei allerdings der Fall gewesen.

Das zeige sich auch bei wichtigen Informationen, die für eine Investitionsentscheidung wesentlich gewesen wären, im Prospekt aber überhaupt nicht auftauchten. So fehlten etwa sämtliche Angaben zur Entwicklung von Schiffspreisen. „Wären diese Angaben enthalten gewesen, hätten die Anleger leicht erkennen können, dass sie ein Schiff zu historischen Höchstpreisen erwerben", sagt der Rechtsanwalt.

Irreführend seien auch die Prospektangaben zur „Einsparung bei Betriebskosten durch Ausflaggung". Der Prospekt suggerierte ein enormes Einsparungspotential, ohne gleichzeitig die Risiken und gesetzlichen Grundlagen zu benennen. Der Anwalt: „So was habe ich vorher noch in keinem anderen Prospekt gesehen." Seine Kanzlei habe die Darstellungen zur Ausflaggung mit entsprechenden Aussagen in Prospekten anderer führender Anbieter von Schiffsfonds verglichen. „Ähnlich stümperhafte und bestenfalls rudimentäre Informationen findet man nur im CFB-162-Propekt."

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