Pius-Brüder betreiben wieder "staatsfeindliche Hetze"
Es soll Christen geben, die ihren Glauben ernst nehmen – zum Beispiel die Piusbrüder
Die Piusbruderschaft lässt sich auch weiterhin nicht das Denken verbieten. Dafür gibt es die volle Breitseite des Systems der Gutmenschen. Nach der „Holocaustindustrie“ (Finkelstein) haben sich die frommen Brüder nun mit der Schwulenlobby angelegt. Kritik an den sich exhibitionistisch gebärdenden Homosexuellen ist „staatsfeindliche“ Hetze und wird zur Anzeige gebracht. Die DDR lässt grüßen.
Grund für die neuerliche Aufregung ist ein Brief der Bruderschaft, der freilich mit dem überstrapazierten und abgegriffenen „Nazivergleich“ kommt. „Wir sind stolz“, heißt es in einem Aufruf der Glaubensgemeinschaft, „dass es im Dritten Reich mutige Katholiken gab, die sagten: ‘Wir machen diesen Wahnsinn nicht mit.’ Ebenso muss es heute wieder mutige Katholiken geben.“
Nun steht das Dritte Reich längst nicht mehr für seine reale Gestalt und wird als Begriff nur noch als mystische Metapher benutzt. Insofern sollte man sich an dem Vergleich selbst nicht aufhalten, auch wenn einem diese rituellen Schuldbekenntnisse auf die Nerven gehen. Erfreulich ist nämlich der Sinngehalt des katholisch fundamentalen Protestes. Grund für den religiösen Aufreger war nämlich die am 1. August stattfindende Schwulen-und Lesbenparade in Stuttgart. Inzwischen wird ja jede größere Stadt von den orgiastisch zappelnden Zeitgenossen in regelmäßigen Abständen heimgesucht.
Die Pius-Brüder nennen dieses Spektakel sehr zutreffend „Propaganda-Umzug für die sodomistische Sünde“. Hier werde wieder „eine Menge von sich wild und obszön gebärdenden Menschen“ durch die Straßen ziehen, um zu suggerieren, dass Homosexualität das Normalste der Welt sei. „Wehrt euch, solange es noch möglich ist. Stellt euch auf die Straße und ruft: ‘Wir wollen nicht, dass unsere Heimat ein Sodom und Gomorrha wird.“, so der Aufruf an das Volk.
Dem kann man sich als Neue Rechte nur anschließen. Quotenschwule, wie der Grünen Fraktions-Geschäftsführer Volker Beck, die gleich wieder nach dem Überwachungsstaat rufen und die Einschaltung der BRD-Stasi fordern, bestätigen die Pius-Bruderschaft unfreiwillig, die das Dritte Reich als Synonym für einen Überwachungs -und Unrechtsstaat verstehen. Fasst man es abstrakt, dann kann man sagen, dass diese realexistierende BRD längst zum totalitär angehauchten Spießerstaat verkommen ist, der sich dem Diktat der Minderheiten unterworfen hat.
Insofern war auch klar, dass sich die andere sich dreist gebende Minderheit der Zentralrat der Juden ebenfalls sofort zu Wort melden würde. Bei Stephan Kramer und Freunden gilt bekanntlich das Motto: Empörung als Geschäftsprinzip. Dass man sich das schlechte Gewissen abkaufen lassen kann, kennen wir schon aus der frühen Neuzeit, als der Wanderprediger Tetzel damals seinen Ablasshandel in den Reim fasste: Wenn die Münze in dem Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt. Es wird nicht lange dauern, dann muss Angela Merkel bei den Homosexuellen mitmarschieren. Oder um es mit der Kabarettfigur Erwin Pelzig zu sagen: „Toleranz ist eine Geisteshaltung, die die anderen erstmal erreichen müssen, damit sie so denken wie ich.“