Pfeiffer-Studie: sexueller Mißbrauch rückläufig - Priesterstand entlastet


Von 11.500 Befragten wurde 1 x ein Priester als Täter genannt

(News4Press.com)
PRESSEMELDUNG des Christoferuswerks vom 19.10.2011

Für eine vorschnelle „Entwarnung“ besteht gewiß kein Anlaß, doch man wird erleichtert sein dürfen, daß die Fälle von sexuellem Mißbrauch in den letzten 20 Jahren offenbar deutlich gesunken sind, nämlich um ein Drittel.

Warum aber spricht die "Tagesschau" vom 18.10.2011 dennoch nur von einem "leichten" Rückgang? (Beleg: http://www.tagesschau.de/multimedia/audio/audio76778.html)

Angesichts massiver Medien-Attacken gegen katholische Priester vor allem im Jahr 2010, die vielfach unter Generalverdacht standen, erscheint folgendes Ergebnis der repräsentativen Studie des Kriminalistischen Forschungsinstituts Niedersachen aufschlußreich:

Von allen 11.500 Befragten im Alter zwischen 16 bis 40 Jahren hat eine einzige Person angegeben, von einem Priester sexuell mißbraucht worden zu sein. Hierzu erklärte Prof. Pfeiffer gegenüber der "Augsburger Allgemeinen" vom 18.10.2011 wörtlich: "Von den 11.500 befragten Personen und den 683 Opfern ist nur eine einzige Person – eine 28-jährige Frau – von einem katholischen Priester missbraucht worden."

Was sich in den Forschungen der letzten Jahrzehnte immer klarer herauskristallisierte, wurde auch in dieser Studie bestätigt: zu 50% handelt es sich bei Tätern nicht etwa um mehr oder weniger unbekannte Personen, sondern um das direkte Umfeld: um Angehörige, Verwandte oder Bekannte - und 8,6% der Opfer erwähnen Lehrer an Schulen.

Prof. Pfeiffer erläuterte das - für viele "überraschende" - Priester-Resultat damit, daß jene, die einst von Geistlichen mißbraucht wurden, heute oft über fünfzig Jahre alt seien, wobei die jeweilige Tat mehr als 35 Jahre zurückliege. Der von ihm untersuchte Personenkreis sei jedoch nicht älter als 40 Jahre alt. Man könne insofern davon ausgehen, daß Mißbrauchsdelikte bei kath. Priestern seit längerem stark zurückgehen.

Hinsichtlich der teils hysterisch anmutenden Medien-Jagd auf Priester hatte unser Christoferuswerk am 8.Februar 2010 - zu Beginn der Mißbrauchsdebatte in Deutschland - in einer Pressemeldung faktenstark dokumentiert, daß die Mißbrauchs-Zahlen bei katholischen Geistlichen 36 mal n i e d r i g e r sind als beim männlichen Durchschnitt der Bevölkerung:
http://www.pressinfocom.com/1/Mi%C3%9Fbrauchs-Zahlen-bei-kath-Priestern-we_514307.html

Zurück zur soeben veröffentlichten Pfeiffer-Studie, die im Auftrag des Bundesbildungs-Ministeriums im Rahmen des "Runden Tisches" erstellt wurde. Der frühere niedersächsische SPD-Justizminister und bekannte Kriminologe Prof. Dr. Christian Pfeiffer ist evangelicher Christ und Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen.

Aus seiner Untersuchung mit dem Titel "Erster Forschungsbericht zur Repraesentativbefragung Sexueller Missbrauch 2011" geht hervor, daß der sexuelle Missbrauch von Kinder und Jugendlichen seit 1992 drastisch zurückgegangen ist: Während 1992 noch 8,6% der Frauen und 2,8% der Männer angaben, bis zum 16. Lebensjahr eine Mißbrauchserfahrung erlitten zu haben, sanken diese Anteile bei der aktuellen Befragung auf 6,4% bei Frauen und 1,3% bei Männern.

Hier folgt der Link zum Wortlaut der Studie: http://www.rundertisch-kindesmissbrauch.de/documents/Erster_Forschungsbericht_sexueller_Missbrauch_2011.pdf

Nachdem wissenschaftlich erneut präzise geklärt ist, daß sich der Priesterstand in puncto sexueller Mißbrauch weit unterhalb des Bevölkerungsdurchschnitts befindet und somit entlastet ist, fragt man sich, weshalb die Deutsche Bischofskonferenz ihre unlängst gestartete "Priesterstudie", die über 400.000 € auf Kosten des Kirchensteuerzahles verschlingt, nicht sofort beendet - dies umso mehr, weil diese deutschlandweite Untersuchung in kirchen - und datenrechtlicher Hinsicht äußerst bedenklich ist, zumal dabei auf zehntausende Priester-Akten zurückgegriffen wird.

Selbst wenn diese Akten für die Studie - die ebenfalls von Prof. Pfeiffer erstellt wird - anonymisiert herausgegeben werden, bleibt die Frage nach dem informellen Selbstbestimmungsrecht der katholischen Geistlichkeit in Deutschland - nebst sonstigen Merkwürdigkeiten wie etwa der Tatsache, daß diese von der Bischofskonferenz beauftragte Studie zwar männliche Ordensangehörige umfaßt, nicht jedoch weibliche.

Grundsätzlich stellt sich die Frage nach Sinn und Zweck dieser sündhaft teuren Studie, die nach den bislang ohnehin geklärten Fakten schlicht überflüssig erscheint.

Felizitas Küble, Vorsitzende des Christoferuswerks eV in Münster

Erstveröffentlichung dieser Meldung in unserer Web-Zeitschrift CHRISTLICHES FORUM:
http://charismatismus.wordpress.com/2011/10/19/pfeiffer-studie-sexueller-misbrauch-in-deutschland-stark-rucklaufig/


Das Christoferuswerk (CHR) in Münster ist eine - als gemeinnützig anerkannte - Aktionsgemeinschaft katholischer und evangelischer Christen das CHR wurde 1971 vom KOMM-MIT-Verlagsleiter und Jugendschriftsteller Günter Stiff gegründet es setzt sich für christliche Schriftenverbreitung und Öffentlichkeitsarbeit ein.

Druckansicht  |  Senden  |  Bookmark  |  Beanstanden

Weitere Meldungen des Autors
RSS
Media-Center
charismatismus.wordpress.com/



/ Datenschutz

Valid XHTML 1.0 Transitional

   
Artikel    Mitglieder  
 
Artikel    Mitglieder