(News4Press.com) Lowestoft. Lowestoft, die östlichste Stadt Großbritanniens, war vom 24. bis 26. Juli 2009 erneut Ausrichter eines Grand Prix der britischen Honda Formula 4-Stroke Powerboat Series (HF4SPS). Dabei erzielte „POWER OF DREAMS GERMANY – By Honda Motor Europe (North) / Concept by Project Raceboat“ (PODG) wieder einmal hervorragende Ergebnisse. Trotz gravierender technischer Schwierigkeiten konnte die eingespielte Cockpit-Crew mit Mark Niemann als Fahrer und Ronny Steudel als Navigator mit all ihrer Erfahrung und mit größtem Kampfgeist zwei Podiumsplätze erzielen. Auch prägten teilweise sehr starker Wellengang mit viel Wind den Lowestoft Grand Prix in der ostenglischen Grafschaft Suffolk. Daher wurde die Practice Session am Freitag neben PODG nur von wenigen Teams genutzt und der letzte Wertungslauf am Sonntag musste aufgrund der sehr rauen See vorzeitig abgebrochen werden. Das trotz aller Widrigkeiten erfolgreiche Abschneiden von POWER OF DREAMS GERMANY verfolgten bei sommerlichem Wetter, an der einem natürlichen Amphitheater gleichenden Küste, viele zehntausend begeisterte Zuschauer. Diese erlebten mitreißende Rennen sowohl in der 150 PS-Klasse wie auch bei der 225 PS-Flotte von PODG. Flankiert wurde das Race Event, wie schon in den Jahren zuvor, vom spektakulären „Lowestoft Seafront Air Festival“ sowie einer beeindruckenden Biker-Parade.
Nachdem der Freitag sehr raue Wasserbedingungen bot, kam dies dem Setup der POWER OF DREAMS GERMANY optimal entgegen. Beim Training am Nachmittag war das Meer so aufgewühlt, dass nur ganz wenige Teams beider Klassen die Gelegenheit zur Abstimmung ihrer Rennboote nutzten. Im Verlaufe dessen fuhren Mark Niemann und Ronny Steudel zwar allen mit ihrem perfekt vorbereiteten Boliden davon, ein wirklich aufschlussreicher Test war bei dieser Brandung allerdings nicht zu absolvieren. Das Setup der PODG schien aber zu stimmen.
Zum Nachteil, im Hinblick auf die Stärken der POWER OF DREAMS GERMANY, änderten sich die Voraussetzungen über Nacht komplett. Der Samstag präsentierte sich fast ohne Wellengang und nahezu windstill. Trotz der Pole Position wurde aber sofort offensichtlich, dass das deutsche Team mit der Entscheidung im ersten Durchgang dieses Grand Prix nichts zu tun haben konnte. Die Konkurrenz war einfach schneller, denn der Motor der PODG lieferte wegen eines plötzlich auftauchenden elektronischen Problems nicht mehr seine volle Leistung. Die Cockpit-Crew kämpfte trotzdem um jeden Zentimeter und beendete diesen Heat durch ihre Entschlossenheit als guter Vierter. Im Anschluss an das eher unbefriedigende Rennen ging man daher bis in die späten Abendstunden auf akribische Fehlersuche und absolvierte weitere Testfahrten.
Der Sonntagmorgen entsprach dann schon eher den Vorstellungen von Mark Niemann und Ronny Steudel, denn der Wind hatte aufgefrischt und die See war heftiger geworden. Bei diesen Bedingungen haben die beiden deutschen Offshore-Spezialisten in der Vergangenheit ihre größten Erfolge errungen. Als am Vormittag der erste von zwei Läufen an diesem Tag startete, war das Team voller Zuversicht auf ein besseres Abschneiden gegenüber dem Auftaktrennen. Wenn auch nach wie vor nicht wieder mit absoluter Motorperformance, konnte POWER OF DREAMS GERMANY durch die Wasserverhältnisse aber dennoch nahe an den führenden Booten bleiben und wurde souveräner Dritter. Damit durfte kurzzeitig die erste Podiumsplatzierung des Lowestoft Grand Prix gefeiert werden, die jedoch durch das Entdecken eines Lecks im Ölsystem des Motors etwas getrübt wurde. Dieser nicht nur bei PODG aufgetretene Defekt war den brutal harten Wellenschlägen und Landungen nach Sprüngen infolge des enorm rauen Wassers zuzuschreiben. Es stellte sich dem Team die Frage, ob sie das Risiko eines dritten Starts wagen sollten, weil die Kürze der Zeit zwischen den beiden Rennen keine Reparatur mehr zuließ. Die technische Crew von POWER OF DREAMS GERMANY um Chef-Renningenieur Daniel Steudel in Abstimmung mit der Cockpit-Crew und dem „d’accord“ von Teamchef Günter Steinbach, zog nun alle Register ihres Know-how-Repertoires. Sie präparierte den Motor für das letzte Rennen zumindest überlebensfähig. Das Meer zeigte sich unterdessen am Limit für einen regulären finalen Lauf und es wurde von der Rennleitung länger über einen Start beraten, bei dessen letztendlicher Freigabe einige Teams von ihrer Teilnahme absahen. Eigentlich beste Voraussetzungen für PODG, wenn nicht die Gefahr eines erheblich größeren Motorschadens gedroht hätte, weshalb sehr verhalten gefahren werden musste. Gleich an der ersten Boje belegte POWER OF DREAMS GERMANY Rang vier und kämpfte sich gerade wegen der so schwierigen Gegebenheiten in Runde zwei auf Platz drei vor. Diesen verteidigte die PODG-Cockpitbesatzung dann auch bis zum aufgrund des nicht mehr zumutbaren Seegangs vorzeitigen Endes eines mit atemberaubenden Szenen gespickten und materialmordenden Rennens. Die zweite Podiumsplatzierung und damit Gesamtdritter zu werden, war der verdiente Lohn für die komplette Mannschaft, welche sich mit unglaublichem Engagement allen Herausforderungen dieses extrem problembehafteten Grand Prix gestellt hatte. Ein Zitat von Günter Steinbach zu dieser „Mission Troubleshooter“ verdeutlichte den Ernst der Situation: „Im Rennsport muss man alles investieren und riskieren, um nicht alles zu verlieren, aber alles zu gewinnen. Mit einer geschlossenen Teamleistung haben wir entsprechend dieser Devise gehandelt und so erfolgreich einen Einsatz zu Ende gebracht, der schon komplett verloren schien. Großer Dank an alle Beteiligten!“
Das gesteckte Saisonziel, sich regelmäßig in den Top Five zu platzieren, ist besonders durch die zwei Podiumsbesuche wieder einmal eindrucksvoll erreicht worden. Jetzt gilt die volle Konzentration von POWER OF DREAMS GERMANY – als immer noch einzigem internationalen Teilnehmer in der 225 PS-Klasse der HF4SPS – dem Cowes Grand Prix Ende August. Wieder mit der Frauenpower von Simone Schuft auf der Position des Navigators will man hier im Gesamtklassement möglichst weit vorne abschließen, um beim Saisonfinale, dem Isle of Man Grand Prix im September, alle Chancen im Titelkampf offen zu haben.
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