Kommenden Sonntag, 19.10 Uhr 3SAT: Enteignung und Vertreibung aus Ostdeutschland im TV!
Drei Tage lang war der Menschenrechtspolitiker, Lars Seidensticker, Hambührener Ratsmitglied und Mitglied des Bundesvorstandes der Bürgerbewegung pro Deutschland, mit einem Team des Schweizer Fernsehen in Oberschlesien. Mit seinem Einsatz für die Rechte der deutschen Vertriebenen und deren Nachkommen, will Seidensticker möglichst viele Menschen auf die bis heute andauernden Menschenrechtsverletzungen in Polen aufmerksam machen. Der Fernsehsender 3sat strahlt den Beitrag am Sonntag, den 19.10.2008, um 19.10 Uhr unter der Überschrift "Häuserkampf" aus.
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Lars Seidensticker stellt zu diesem Fernsehbeitrag folgendes richtig:
1 . Die von mir mit dem Privatwagen überquerte, polnische Grenze, bestand zu deutscher Zeit gar nicht, da Schlesien deutsch war. Die im Beitrag erwähnte, polnische Grenze, die 1939 von dem Krieg zum Opfer fiel, befand sich hunderte Kilometer weiter östlich.
2. Die deutsche Frau, die ich zu Beginn meines Aufenthaltes in Schlesien traf, sprach sich mir gegenüber für die Rückgabe des deutschen Eigentums aus! Im TV-Beitrag wird dies allerdings nicht erwähnt. Stattdessen soll sie mich "gewarnt" haben, den Rechtsweg zu beschreiten. Das stimmt nicht! Sie befürchtete lediglich, es könne "böses Blut geben".
3. Der Abgeordnete der Partei "Recht und Gerechtigkeit" und ehemalige stellv. Finanzminister Polens, Dawid Jackiewicz behauptete mir gegenüber, dass die deutschen Vertriebenen "Agressoren" gewesen seien. Polen sah er, entgegen jeglicher geschichtlichen Wahrheit, ausschliesslich in der Opferrolle. Der Fernsehbeitrag erwähnt nicht, dass sich Jackiewicz am Ende des Gespräches sogar für Polens Untaten entschuldigte. In den polnischen Medien wurde er dafür sehr angefeindet.
4. Im Fernsehbeitrag wird behauptet, dass mich Ottmachaus Bürgermeister, Jan Wozniak, "abblitzen" liess.
Ich hatte letztes Jahr ein persönliches Gespräch mit dem Bürgermeister, das harmonisch verlief (siehe Foto). Im Fernsehbeitrag gibt mir der Bürgermeister Recht, wenn ich von
meinem Haus spreche, denn er sagt: "Ich habe ihm klar gemacht, dass ihm die Gemeinde nicht helfen kann, sein Haus zurückzubekommen ". Offenbar ist sich Bürgermeister Wozniak des bestehenden Unrechts sehr wohl bewusst.
5. Das die Bewohner meines Hauses uns an jenem Tag nicht mit offenen
Armen empfingen, hatte seinen Grund. Journalist Thomas Vogel kündigte einige Wochen vorher in einem Brief an die Hausbewohner an, dass demnächst ein junger Mann käme, der von sich behauptet, der Eigentümer des Hauses zu sein. Er bat die Bewohner um ein Gespräch
und um Dreherlaubnis. Die Hausbewohner lehnten dies in einem Antwortschreiben ab. Trotzdem bestand Herr Vogel darauf, vor Ort noch einmal nachzuhaken und trotzdem zum Haus zu gehen. Eine Bewohnerin war darüber derart verärgert, dass sie die Polizei rief. Wenige Monate zuvor war ich in meinem Haus und wurde dort herzlich von Frau Terka, einer Untermieterin empfangen(siehe Foto).
6. Ich möchte, dass die jetzigen, polnischen Bewohner, nach der Rückgabe des Hauses an mich, in dem Haus wohnen bleiben. Ich habe vor, das Dach als Ferienwohnung für meine Familie und mich ausbauen. Damit drücke ich ganz klar meinen Willen aus, mit den Polen friedlich, unter einem Dach zusammenleben zu wollen. Im Fernsehbeitrag wird trotzdem versucht, dies negativ darzustellen.
7. Mit dem selbstgemalten Plakat wollte ich die polnischen Bewohner Ottmachaus nicht, wie im Beitrag behauptet, "provozieren". Ich wollte sie auf die noch immer andauernden Menschenrechtsverletzungen in Polen aufmerksam machen. Schätzungsweise 40 % der Polen, die mich mit dem Plakat sahen, reagierten positiv und einige sprachen sich sogar für die Rückgabe des deutschen Eigentums aus. Aus dem Fernsehbeitrag wurden diese Stimmen leider herausgeschnitten. Insgesamt soll offenbar der Eindruck entstehen, ich sei auf breite Ablehnung gestossen. Das war aber nicht der Fall!
8. Mein Treffen mit Vertretern der deutschen Minderheit in Neisse, wird in dem Beitrag ebenfalls versucht, in ein negatives Licht zu rücken, indem man nur eine Dame, mit einem Halbsatz zu Wort kommen lässt. Alle Teilnehmer dieses Treffens bestärkten mich in meinem Ansinnen - doch auch das verschweigt das Fernsehen! Auch ich will selbstverständlich die Aussöhnung mit Polen und keine unnötigen, neuen Konflikte! Das geht aber nur dann, wenn beide Seiten ihre Geschichte gleichermassen aufarbeiten und noch bestehendes Unrecht beseitigt wird.
9. Die am Ende des Beitrages interviewte Frau aus Ostpolen sprach sich klipp und klar für die Rückgabe des deutschen Eigentums aus! Auch dieser Satz fiel den Journalisten zum Opfer - leider!
10. Der Fernsehbericht endet mit der Behauptung, ich hätte mit meinem Besuch in Polen "vielen Menschen vor den Kopf gestossen". Ich hatte nicht den Eindruck, das dies so gewesen ist. Die Stimmung war durchwachsen, aber trotz Kritik mangelte es nicht an Zuspruch. Vor den Kopf gestossen habe ich allenfalls jenen, die wegen geschichtlicher Unkenntnis oder ideologischer Verblendung, ein Brett vor dem Kopf haben.
Lars Seidensticker
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