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Pfr. Andreas Hirsch ist weder amtsenthoben noch suspendiert, sondern verzichtete auf sein Amt.



Joseph Schumacher und weitere namhafte Gelehrte wünschen ein „Umdenken“ betr. Hirntod-Definition und Organentnahme



(News4Press.com)

Pressemeldung des Christoferuswerks vom 28.10.2009

Die gestern und heute veröffentlichten Meldungen in Presse, Rundfunk und Internet, wonach die Augsburger Bistumsleitung Pfarrer Andreas Hirsch von Altenmünster amtsenthoben oder gar suspendiert - also von seinen priesterlichen Befugnissen entbunden - habe, sind falsch und irreführend.

Das gilt auch für entsprechende Nachrichten des Bayerischen Rundfunks, diverser Boulevardblätter und mitunter schlecht informierter Internetportale wie z.B. dem ohnehin unseriösen "kreuz.net".

In Wirklichkeit hat der 40-jährige Priester, der 5 Pfarreien im Dekanat Dinkelscherben betreute, gegenüber dem Bischof von Augsburg, Dr. Walter Mixa, seinen Rücktritt erklärt. Er begründete seinen Schritt vor allem mit seiner Sehnsucht nach der überlieferten Liturgie bzw. der außerordentlichen Form des römischen Meßritus.

Weiterer Anlaß für diese Entscheidung war offenbar die Forderung der Bistumsleitung an Pfr. Hirsch, im nächsten Pfarrblatt einen Artikel zugunsten der Organtransplantation abzudrucken. Dies lehnte der Priester aus Gewissensgründen ab, zumal es sich bei der Organentnahme nicht um Verstorbene, sondern um Kranke bzw. Sterbende handelt, die quasi als Ersatzteillager mißbraucht werden und daran zugrunde gehen.

Pfarrer Andreas Hirsch hatte sich in seinem Pfarrblatt zuvor kritisch mit der weitverbreiteten Organentnahme befaßt. Mit diesem Artikel reagierte der Geistliche auf eine Vortragsveranstaltung von Dekan Karl Freihalter Mitte September 2009 in seiner Pfarrei, die sich pro Hirntod-Definition aussprach. Diesen einseitigen Informationsstand wollte der Priester durch seine Pfarrblatt-Mitteilung ausgleichen und richtigstellen.

Die Hirntod-Definition ist bekanntlich seit Jahrzehnten in fachwissenschaftlichen Kreisen sehr umstritten. Auch von moraltheologischer Seite werden zunehmend schwerwiegende Bedenken geäußert. Wenn der Hirntod nicht sicher als definitiver Tod des Menschen gelten kann, bedeutet dies folgerichtig, daß die Organentnahme nicht bei einem toten, sondern bei einem lebenden Menschen geschieht, der durch diesen Vorgang getötet wird. Áufgrund der Tatsache, daß der angeblich „tote“ Mensch vor der Organentnahme narkotisiert wird, sehen sich die Kritiker in ihrem Standpunkt bestätigt. Daher lehnen auch Lebensrechtsverbände und Anti-Euthanasie-Gruppen die Organentnahme in der Regel ab.

Eine gründliche, fundierte und kritische Auseinandersetzung mit dieser zunächst kompliziert erscheinenden Materie findet sich in der Webseite ( www.theologie-heute.de) des Freiburger Theologen Prof. Dr. Joseph Schumacher unter dem Titel „Organspende und Organtransplantation - ihre Wertung im Licht der christlichen Ethik.“

Dort heißt es über jene kirchlichen Vertreter, die sich für Organspenden aussprechen: „Sie kommen damit der Erwartung der Politiker und der Transplantations-Organisationen...entgegen, in deren Interesse es liegt, dass die Bereitschaft zur Organspende zunimmt, damit angesichts des wachsenden Bedarfs genügend Organe zur Verfügung stehen und die Organtransplantation im notwendigen Umfang gesichert werden kann. Dringt man tiefer ein in das Geschehen der Organtransplantation, wird sich ein Umdenken als angemessen erweisen - aus anthropologischen und aus ethischen Gründen.“ - Die näheren Begründungen für dieses notwendige „Umdenken“ liefert der erwähnte Beitrag mit präzisen Argumenten und unter Berufung auf namhafte Mediziner, Naturwissenschaftler und Philosophen.

Zu jenen katholischen Gelehrten, die sich sehr kritisch mit der Hirntod-These befassen, gehören u.a. die Professoren Wolfgang Waldstein (Rechtsgeschichte, Mitglied der Päpstlichen Akademie für das Leben), Manfred Spieker (Sozialethik, Referent der Päpstlichen Akademie für Sozialwissenschaften) und Josef Seifert (Mitglied der Päpstlichen Akademie für das Leben, Gründungsrektor der Internationalen Akademie für Philosophie), zudem Robert Spaemann (Rechtsphilosophie). Papst Benedikt XVI. schätzt Spaemann als Berater und lud ihn im September 2006 nach Castel Gandolfo ein, damit er die Beziehung von Naturwissenschaft, Philosophie und Glaube beleuchtet.

Aktuell aufschlußreich ist es auch, daß der Initiative KAO (Kritische Aufklärung Organtransplantation) beim nächsten Ökumenischen Kirchentag eine beantragte Podiumsdiskussion verweigert wurde. Die fundierte Webseite der KAO ( www.initiative-kao.de) ist ebenso lesenswert wie das Infoportal www.transplantation-information.de

Besorgniserregend sind aktuelle Nachrichten darüber, daß engagierte Hirntod-Kritiker mit massiven Einschüchterungsaktionen konfrontiert werden. So erhielt ein erfolgreicher Chirurg, Therapeut zahlreicher Koma-Patienten und Medizinprofessor in Polen Morddrohungen, weil er die Organentnahme bei Kranken bzw Sterbenden (sog. "Hirntoten") ablehnt - und dies nicht zuletzt deshalb, weil es ihm bei hunderten Koma-Schicksalen gelang, bereits als "hirntod" definierte Patienten gesund zu therapieren.


Felizitas Küble, Vorsitzende des Christoferuswerks e.V.


Das Christoferuswerk e.V.(CHR) in Münster ist eine als gemeinnützig anerkannte Aktionsgemeinschaft katholischer und evangelischer Christen; es wurde 1971 vom kath. Jugendschriftsteller Günter Stiff gegründet und setzt sich für christliche Medien- und Öffentlichkeitsarbeit ein.

Christoferuswerk eV.
Felizitas Küble
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48167  Münster 
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felizitas.kueble@web.de






































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