Ein Nachbar sagt laut was eigentlich alle hier in Gliwice denken: Wenn Lukas hier in Sośnica geblieben wäre, hätte vielleicht ein anderer die zwei Tore gegen Polen gemacht. Der Junge ist doch Stürmer und muss Tore machen, natürlich auch gegen Polen wenn es sein muss.
( www.polskaweb.eu ) Die 0 : 2 Niederlage gegen Deutschland hat der polnischen Wirtschaft alleine am Montag 50 Millionen Zloty gekostet, also 25 Millionen für jedes Podolski Tor - schreiben polnische Medien. Sachverständige verwiesen vorab auf die Produktionsausfälle durch Diskussionen über das Spiel und vor allen Dingen dem Thema "Podolski ist Pole", was nach deren Einschätzung dem polnischen Staat am Montag ein Fünftel der Produktion gekostet haben soll. "Die Hoffnung auf einen Sieg gegen die Deutschen war ungeheuer groß, genausogroß war dann die Enttäuschung über das verlorene Spiel dem eine zerstörende Demobilisierung folgte, die sich auf die Qualität der Arbeit ausgedrückt hat" erklärt hierzu die Arbeitspsychologin Elżbieta Sołtys und fügte hinzu dass man nun aber das Schlimmste hinter sich habe, da die weiteren Spiele der polnischen Nationalmannschaft kaum noch solche Emotionen hervorrufen würden wie im Kampf gegen die Deutschen. Im schlesischen Gliwice wehrt sich unterdessen mit Hilfe der Verwandschaft die 80jährige Zofia Budzińska, die Oma von Lukas Podolski, gegen ein Heer von Journalisten und Fernsehteams die seit den Toren ihres Enkels gegen Polen ihr bescheidenes Haus belagern.
Die ul. Reja im Gleiwitzer Arbeiterbezirk Sośnica gleicht seit Montag einem Tollhaus. Überall sieht man Übertragungswagen von Rundfunk und Fernsehen sowie unzählige Reporter die mit den Nachbarn der berühmtesten Oma der Stadt sprechen. Zofia Budzińska, die Oma selbst öffnet nicht die Türe für den Menschenschwarm. Nur ihr Hund bellt pausenlos. Sie kränkelt, sagen die Nachbarn, die keinen Hehl daraus machen dass der bekannte Sohn ihrer Stadt Lukas Podolski ein Held in deutschem Trikot für sie ist, auch wenn er ausgerechnet in Klagenfurt die Polen vom Platz gefegt hatte. Ein Nachbar sagt laut was eigentlich alle hier in Gliwice denken: Wenn Lukas hier in Sośnica geblieben wäre, hätte vielleicht ein anderer die zwei Tore gegen Polen gemacht. Der Junge ist doch Stürmer und muss Tore machen, natürlich auch gegen Polen wenn es sein muss. Außerdem sind wir alle froh dass sein Vater ihn nach Deutschland gebracht hatte, denn hier wäre er nie das geworden was er heute ist. Schauen Sie doch mal alleine dies Korruption in Polen - hier scheint es manchmal wertvoller zu sein zu verlieren als zu gewinnen.
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