Die Stellungnahme von Demjanjuk, welche er in Stadelheim selbst unterschreiben hat, ist ein Schrei eines Mannes aus der Ukraine, eines Landes, das selbst zum Opfer des kommunistischen Experimentes wurde und über die Hälfte seines Volkes während der jüdisch-bolschewistischen Herschafft verlor.
(News4Press.com) Eine internationale Verschwörung gegen Deutschland im Fall Demjanjuk erreichte seinen dramatischsten Höhepunkt in konzentrierter Form der Verunglimpfung der Justiz. Demjanjuk, der eigentlich keine Worte findet, um 60 Jahre Jagd auf ihn zu beschreiben, kann oder will in seiner 12-PUNKTE-(GEGEN)ANKLAGE nicht mehr zwischen dem Staat und dem Volk unterscheiden.
Das ist schmerzhaft für beiden Völker. Die beiden Völker sind durch Agitprop pervertiert worden zu Nationen des Hasses gegenüber anderen Völkern. In der Tat wurde aber die Ukraine durch den Bolschewismus 1932 mit 15.000.000 Toten des „Holodomor“ bestraft, vor dem Krieg 1939-1945 im Namen des Sozialismus und Deutschland wurde ebenfalls bestraft mit 15.000.000 Toten nach dem Krieg durch Vertreibung im Namen der Demokratie.
Der angebliche „Antifaschismus“ ist ein ganz großes Verbrechen. Der Krieg tötet das Leben der einzelnen Bürger einer Nation, die Propaganda aber tötet die Seelen aller Bürger, wohl die Seele einer Nation selbst.
Durch die Auseinandersetzungen zwischen Freiheit und Sozialismus verschwand eigentlich der Unterschied zwischen den Opfern und Tätern, zwischen Wahrheit und Lüge, zwischen Gerechtigkeit und Willkür, zwischen der Ursache und den Folgen. Der Fall Demjanjuk ist eine anschauliche Verkörperung des Wahnsinns der Macht- und Geldgier der Administrationen der Staaten, nicht der Staatsvölker.
Hier ist der Wortlaut der Gegenanklage von Iwan Demjanjuk, die ich aus der Ukrainischen ins Deutsch übersetzt. Das Originaltext und englische Übersetzunge finden Sie unter: http://www.xoxol.org/dem/declaration-ukr.html
STELLUNGNAHME VOM ANGEKLAGTEN IWAN DEMJANJUK
Vorgelesen von seinem Verteidiger Dr. Ulrich Busch vor dem Gericht am 13. April 2010 in München LG II
"Ich bedanke mich bei allen Menschen, die mir helfen bei meinem hoffnungslosen Gesundheitszustand sowohl im Gefängnis als auch im Gerichtssaal. Insbesondere geht mein Dank an die Ärzte und Krankenpfleger, die meine Schmerzen mildern und mir helfen diesen Prozess zu überstehen, welcher für mich zur Folter geworden ist. Aus diesem Anlass beginne ich meine Stellungnahme:
1. Deutschland ist schuld daran, dass ich durch den Krieg, den dieser Staat gegen die „Sowjetunion“ führte, meine Heimat verloren habe [die Ukraine].
2. Deutschland ist auch verantwortlich dafür, dass ich zu einem Kriegsgefangenen wurde.
3. Deutschland hat sich schuldig gemacht wegen der Lager für Kriegsgefangene, wo ich und Millionen andere Angehörige der Roten Armee zum Hungertod verdammt waren, welchem ich nur mit Gottes Hilfe entgehen konnte.
4. Deutschland hat mich zum Sklaven im Kriegsgefangenenlager gemacht.
5. Deutschland hat sich schuldig gemacht, dass durch diesen gnadenlosen Krieg 11 Millionen meiner Landsleute, Ukrainer, ihr Leben verloren und meine Freundin Lydia wie auch über eine Million Ukrainer aus der Ukraine zur Sklavenarbeit deportiert wurden.
6. Deutschland ist auch Schuld daran, dass Tausende von meinen Landsleuten unter Todesdrohung zur Zusammenarbeit zur Bekämpfung der Juden, Zigeuner, Polen, Ukrainer und Russen gezwungen wurden. Alle die versuchten dem Zwang zu widerstehen, wurden entweder exekutiert oder schlimmer noch, zurück in die Ukraine geschickt um die Exekution Stalin zu überlassen: Es waren hunderttausende Soldaten, die auch durch die Sowjets in den GULAG zur Sklavenarbeit und zum sicheren Tod gesperrt worden waren.
7. Deutschland ist auch Schuld daran, dass ich noch lange Jahre in Sonderlagern für displaced persons bleiben musste.
8. Deutschland ist Schuld daran, dass ich nach 30-jährigen Ermittlungen in Israel, USA und Polen, 10 Jahre ohne Schuld in Israel inhaftiert wurde (und davon 5 Jahre in einer Todeszelle um mein Leben bangen musste). Ich wurde nun an meinem Lebensabend ausgerechnet wieder nach Deutschland ausgeliefert.
9. Deutschland ist schuld daran, dass ich am Ende meines Leben gesetzeswidrig schon wieder durch die [deutsche] Justiz wegen Beihilfe zum Mord angeklagt werde. 65 Jahre lang wurden sowohl Internationales Recht als auch die Europäische Charta der Menschenrechte missachtet.
10. Deutschland ist schuld daran, dass ich im Stadelheim Gefängnis Torturen ausgesetzt bin.
11. Deutschland ist auch schuld daran, dass ich auch meine [2.] Wahlheimat USA verloren habe.
12. Deutschland ist schuld daran, dass ich den Sinn des Lebens verloren habe, wie auch meine Familie, Glück und irgendwelche Hoffnung für die Zukunft.
Ab 12. Mai 2009 fühle ich mich jede Stunde, jeden Tag, jede Woche, jeden Monat als ein Kriegsgefangener. Meine Erfahrungen mit diesem Prozess ist eine Fortsetzung meiner schrecklichen Erinnerungen an die Deutschen, welche ich damals als unbeschreiblich böse empfand. Ich bin schon wiederholt ein unschuldiges Opfer der Deutschen geworden. Deutschland versucht einen Kriegsgefangenen zum Kriegsverbrecher zu machen. Ich empfinde das als eine freche Arroganz Deutschlands. Das ist nichts anderes als eine Schädigung Deutschlands von mir. Und alles das dient nur dazu, die Verbrechen Deutschlands zu kaschieren und im Gegenteil zu behaupten, dass die echten Verbrecher die Ukrainer und andere ihrer europäischen Nachbarn seien.
Ich muss bestätigen, dass dieser Prozess, welcher nur gegen mich gerichtet ist, in der Tat sollte er gegen einen Fremden aus Trawniki gerichtet sein, eine grobe Verletzung des Prinzips der gleichen Behandlung der deutschen SS Mitglieder und unzähliger deutscher „Trawnikis“ darstellt. Noch in Israel musste ich mich gegen Beschuldigungen der Münchner Ermittler wehren. In Israel wurde versucht mich in Verbindung mit den Gräueltaten in Trawniki zu bringen. Das Obersten Gericht Israels musste jedoch gestehen, dass solche Beschuldigungen keinen Grund haben und nicht beweisbar sind. In meinem Urteil wurde vermerkt, dass ich 7,5 Jahren (davon 5 in einer Todeszelle) unschuldig gelitten habe.
Es ist absolut nicht mit der Vorstellung von Gerechtigkeit und Humanität vereinbar, die Tatsache, dass ich mehr als 35 Jahren praktisch zu einem ewig-verfolgten Opfer geworden bin. Ich musste auch mich gegen OSI (Büro der Speziellen Ermittlungen) in den USA und insbesondere gegen diejenigen, die hinter diesem Büro stehen: vor allem gegen den World Jewish Congress und das Wiesenthal Zentrum verteidigen. (Denn diese Organisationen leben praktisch nur auf Kosten der Rache für den Holocaust)
Nun aber bin ich völlig wehrlos am Ende meines Lebens und habe keine Kraft mehr den vierzigmaligen Anhörungen zu widerstehen, ich bin bereits erschöpft weiter zu kämpfen. Ich bin genauso kraftlos wie während des Krieges und nunmehr während der Fortsetzung dieses in Deutschland. Ja ich bin hilflos gegen diesen juristischen Krieg zu kämpfen, den Deutschland gegen mich bereits seit mehr als 30 Jahren führt und nach wie vor führt ihn auch OSI gegen mich.
Meine allerliebste Freundin, Lida, meine Ehefrau, hat vor 50 Jahren genauso in Deutschland gelitten. Und das ist wahr, dass die Deutschen Ihre Jugend gestohlen haben und sie für lange Zeit zur Sklavenarbeit nach Deutschland geschleppt haben, und zwar unter harten und inhumanen Bedingungen.
Die Leiden, die wir während des deutschen Krieges erlebten, der gegen das Slawische Volk geführt wurde, kann man nicht mit Worten beschreiben. Aber die Tatsache, dass Deutschland erneut mich und meine Heimat als Opfer ausgewählt hat, kann ich nicht begreifen.
Iwan Demjanjuk"
Bildnachweis: Jyllands-Posten, Danmark (Zirkus in München) Jyllands-Posten var som de andre danske aviser underlagt tysk censur; det besværliggjorde officiel kritik