Guttenberg kam mit Rücktritt nächstem Skandal zuvor
(News4Press.com) Karl-Theodor zu Guttenberg hat die Reißleine gezogen: War sein Rücktritt zwar in erster Linie die überfällige Konsequenz aus der Affäre um seine Doktorarbeit, kam er mit seiner Entscheidung auch einem weiteren sich anbahnenden Skan-dal zuvor: Die Unbegründete Absetzung des „Gorch Fock“-Kommandanten Norbert Schatz. Guttenberg hatte dem Kapitän des Marineschulschiffs kurzerhand das Kommando entzogen, nachdem die Bild-Zeitung über angebliche unhaltbare Zustände an Bord der „Gorch Fock“ im Zusammenhang mit dem Tod einer Kadettin berichtet hatte.
Der nun vorliegende Bericht der eingesetzten Untersuchungskommission kommt hingegen zu dem Ergebnis, daß Kapitän Schatz kein Fehlverhalten anzulasten ist, das seine Enthebung als Kommandant gerechtfertigt hätte. Umso mehr schadete Guttenbergs Überreaktion in diesem Fall seinem Ansehen innerhalb der Truppe – ganz anders als beispielsweise sein Verhalten in der „Fußnoten-Affäre“.
Die neue Studie des Instituts für Staatspolitik zeichnet den Skandal um die „Gorch Fock“ in allen Einzelheiten nach und beleuchtet die Person Guttenbergs in einem ausführlichen Porträt. Daneben behandelt die Untersuchung jedoch vor allem die eigentliche Ursache des Skandals: den ideologisch begründeten Einsatz von Frauen in den Streitkräften und seine Konsequenzen, zu denen nicht zuletzt der tragische Tod der beiden Kadettinnen gehört. Die Studie schildert deshalb den Integrationsprozeß von Frauen in die Bundeswehr, analysiert die Fakten, die gegen einen Einsatz von Frauen an der Waffe sprechen und zeigt den Krieg als Männersache. Daß Frauen militärisch ebenso einsetzbar sind wie Männer, ist eine Wunschvorstellung der Politik, die mit der Realität nichts zu tun hat. Darunter haben nicht nur die einzelnen Frauen zu leiden, sondern die Bundeswehr insgesamt, die dadurch nach und nach ihre Einsatzfähigkeit verliert.
Die Frau als Soldat. Der „Gorch Fock“-Skandal, Minister zu Guttenberg und der Einsatz von Frauen in den Streitkräften, Schnellroda 2011, 48 Seiten, 5 Euro.
Institut für Staatspolitik
Dr. Erik Lehnert
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