Die Studie "Meine Ehre heißt Reue. Der Schuldstolz der Deutschen" des "Instituts für Staatspolitik" ist in 2., aktualisierter Auflage erschienen
(News4Press.com) In den regelmäßig wiederkehrenden Bekenntnissen zur deutschen Schuld werden gerne Superlative bemüht, die jedes menschliche Maß übersteigen. Anläßlich der letzten Debatte um den 9. November sprach ein Politiker davon, daß „bis an das Ende aller Tage der Name Holocaust in den Namen Deutschlands eingebrannt“ bleibt. Was hat das zu bedeuten, insbesondere dann, wenn sich ein deutscher Politiker zu einer solchen Behauptung versteigt?
Die Antwort auf diese Frage gibt die jetzt in zweiter, aktualisierter Auflage erschienene Studie des Instituts für Staatspolitik „Meine Ehre heißt Reue“. Der „Schuldstolz der Deutschen“ ist für dieses merkwürdige Verhalten verantwortlich. Die Vorwürfe, die nach der totalen Niederlage 1945 erhoben wurden, wiegen so schwer, daß es zu einer völligen Verkehrung der bis dahin gültigen Werthierarchie kam. War man früher stolz auf Leistungen und die positiven Merkmale Deutschlands, blieb einem angesichts der Niederlage nur die Negation dieser Wertschätzung. Im Hintergrund steht die Schwere der Vorwürfe, die durch Singularität und Unvergleichlichkeit zu einer „ewigen Schuld“ werden. Wie man damit leben soll, ohne verrückt zu werden, ist unklar. Deshalb nahm das deutsche Volk den Ausweg in den Schuldstolz als neue Identität. Steigerung findet diese Haltung in der „Schuldlust“, einer von der Psychopathologie beschriebenen Deformation des Selbstbewußtseins, die die Schuld zur Erbauung benutzt und schließlich zu einem politischen Realitätsverlust führt.
Die zentrale Rolle, die der Schuldstolz für die deutsche Identität spielt, klärt sich auch die Frage, warum die Schuld mit zunehmender zeitlicher Entfernung von den Ereignissen zu- und nicht abnimmt. Ohne Schuld würden die Deutschen, die ihre Geschichte unter dem Aspekt der Schuld umgeschrieben haben, vor dem Nichts stehen. Deshalb wird die deutsche Schuld auch gegen jede mögliche Revision unerbittlich verteidigt.
Institut für Staatspolitik (IfS): „Meine Ehre heißt Reue“. Der Schuldstolz der Deutschen, zweite, erweiterte Auflage, Schnellroda 2009 (= Wissenschaftliche Reihe; 11), 44 S., geheftet, 5 Euro. Bestellungen direkt an das "Institut für Staatspolitik".
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Dr. Erik Lehnert
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