Die temporäre Haarentfernung wird auch Depilation genannt und bedeutet ein entfernen der Haare ohne Zerstörung der Haarwurzel oder Haarpapille. Dies bedeutet ein erneutes Nachwachsen der Haare nach einem bestimmten Zeitraum, der je nach Depilations-Methode variiert. Zu den Methoden der temporären Haarentfernung zählt:
Zupfen der Haare
Schneiden der Haare
Rasieren der Haare
Haarentfernung mit Wachs
Enthaarungscremes
Das mechanische Zupfen der Haare bedeutet ein Abriss der Haare in der Haut, wobei bis zu 2 < / > 3 der Follikellänge aus der Haut entfernt werden kann. Durch die Entfernung einzelner Haare mit z.B. einer Pinzette können schöne Formen gestaltet werden, weshalb das Zupfen an den Augenbrauen die Methode der Wahl ist. Je nachdem wie tief das Haar in der Haut abgerissen wird, dauert ein Nachwachsen der Haare ein paar Tage bis Wochen. Der Nachwuchs ist weich und nicht borstig. Die Haare sollten nicht gegen, sondern in Wuchsrichtung schnell herausgezogen werden. Auf Muttermalen ist das Zupfen nicht zu empfehlen.
Vorteil des Zupfens: Das Ergebnis ist erstmal eine glatte Haut, bei der das Haar innerhalb von einigen Tagen bis Wochen, je nach Körperareal, nachwächst. Der Nachwuchs ist weich und nicht borstig. Bis auf eine Pinzette entsteht kein Materialaufwand.
Nachteil des Zupfens: es ist sehr zeitaufwändig und teils schmerzhaft. Durch den Abriss des Haares kann die Haarwurzel deformieren, so dass die Haare einwachsen können. Das Zupfen der Haare im Damenbartbereich kann eine Stimulation des Haarwuchses nach sich ziehen, so dass die Haare dicker und borstiger werden.
Die Haarentfernung durch schneiden bedeutet ein Abschneiden der Haare mehr oder weniger dicht über der Hautoberfläche mit einer Schere. Dabei ragt ein Teil des Haarschaftes nach dem Schneiden immer noch über der Haut, was ein borstiges Depilationsresultat hinterlässt und einen borstigen Nachwuchs mit sich bringt.
Vorteil des Schneidens: Das Haare schneiden ist schmerz- und nebenwirkunsfrei. Es besteht so gut wie kein Materialaufwand und es besteht keine Gefahr, die Haarwurzeln zu verletzen oder zu deformieren.
Nachteil des Schneidens: das Ergebnis ist borstig und nur kurzfristig, da das Haar gleich wieder nachwächst. Weil das verjüngte Ende des Haares abgeschnitten wurde, wirkt das Haar beim Nachwachsen dicker und härter als zuvor.
Bei der Rasur werden die Haare ähnlich wie beim Schneiden oberhalb des Hautniveaus abgeschnitten. Dies kann durch eine Naß- oder Trockenrasur erfolgen. Für ständig bessere Ergebnisse werden die Rasierer immer weiterentwickelt und sind somit heute schon deutlich hautschonender als früher. Leider ist das Ergebnis nicht von langer Dauer, da die Haare sofort nachwachsen. Um eine gründliche Rasur zu bekommen, versuchen die verschiedenen Rasierer das Haar leicht anzuheben, bevor sie es abschneiden, was schnell zu einer mechanischen Reizung führen kann, anders als beim Schneiden der Haare. Ein Damenbart sollte von daher besser nicht rasiert werden, da das Haarwachstum in diesem Bereich durchaus stimuliert werden könnte.
Vorteil der Rasur: schnelle Haarentfernung
Nachteil der Rasur: nur kurzfristiger Erfolg, Haar wächst borstig nach.
Bei der Haarentfernung mit Wachs muss in Kalt-, Warm- und Heißwachs unterschieden werden. Grundsätzlich wird bei der Wachshaarentfernung eine klebrige Masse auf die Haare aufgetragen, die sich mit den Haaren verbindet und dann mit einem Ruck abgerissen wird. Das Warm- und Heißwachs hat ggb. dem Kaltwachs den Vorteil, dass es die Hautporen durch die eindringende Wärme öffnet, wodurch das Haar besser entfernt werden kann und damit auch glattere Ergebnisse erzielt werden. Das Heißwachs wird anders als das Warmwachs zu einer harten Masse beim Erkalten, was das Haar besonders stark verklebt. Die Ergebnisse werden dementsprechend besser, jedoch ist der Abriss des Haares eher schmerzhaft und mit Hautreizungen verbunden.
Vorteil der Wachshaarentfernung: viele Haare werden in kurzer über ihre gesamte Länge bis unter dem Hautniveau entfernt. Damit ist die Wachshaarentfernung genauso gründlich wie das Zupfen, aber deutlich schneller. Das Ergebnis einer glatten Haut kann je nach Körperregion bis zu mehreren Wochen anhalten.
Nachteil der Wachshaarentfernung: Auf Krampfadern oder Muttermalen sollten die Haare nicht mit Wachs entfernt werden. Durch den Abriss der Haare, können Haarfollikel deformieren und Haare danach einwachsen, was zu Entzündungen führen kann. Bei der Entfernung eines Damenbartes können die Haare dicker und borstiger nachwachsen.
Die Haarentfernung mit chemischen Depilatoren wie Enthaarungscremes funktionieren mit keratinlösenden Substanzen, wie Thioglykolsäure oder Caliumthioglykolat-Trihydrat. Diese Substanzen lösen das Haar oberhalb des Hautniveaus auf, so dass es nach kurzer Zeit mit einem Spatel abgekratzt werden kann. Wichtig ist die richtige Einwirkzeit zu beachten, damit die Haut nicht zu stark angegriffen wird und sich mit auflöst.
Vorteil der Enthaarungscremes: sie sind schmerzarm und die Enthaarung erfolgt sehr schnell. Sie sind manchmal eine Alternative bei mechanischer Überempfindlichkeit, wie Achselhöhlen oder Bikinizone und es besteht keine Gefahr von deformierten Haarfollikeln.
Nachteil der Enthaarungscremes: Gefahr von allergischen Hautreizungen auf die chemischen Bestandteile. Das Haar wächst borstig nach und das Ergebnis hält nicht allzu lange an.