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DVU-Chef Matthias Faust: »Wir müssen unsere Identität wahren!«

Die Monatszeitung »Deutsche Stimme« im Gespräch mit dem neuen Bundesvorsitzenden der Deutschen Volksunion (DVU), Matthias Faust.

Matthias Faust, geboren 1971 in Hamburg, verheiratet. 1990 Abitur, danach Soldat auf Zeit (Feldwebel-Laufbahn). Während der Bundeswehrzeit kaufmännische Ausbildung. Mit 15 Jahren Mitglied der Jungen Union, mit 16 auch in der CDU, aktiv dort bis zum Beginn der Bundeswehr, danach nur noch inaktive »Karteileiche«. 2006 für 9 Monate Mitglied bei den REP, Ende 2006 nach Kontakt zu vielen ehemaligen REP-Mitgliedern in Hamburg, die mittlerweile bei der NPD gelandet waren, ebenfalls Übertritt zur NPD. Seit 2007 Mitglied der Deutschen Volksunion (DVU). Zunächst Pressesprecher der DVU-Hamburg, dann Spitzenkandidat für die Bürgerschaftswahl 2008, danach Bundesorganisationsleiter. Seit Januar 2009 DVU-Bundesvorsitzender.

Deutsche Stimme (DS): Herr Faust, herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Wahl zum Bundesvorsitzenden der DVU! Ihre Partei hat einen tiefgreifenden Generationswechsel vollzogen. Wird es dadurch – ähnlich wie bei der positiven anzumerkenden Entwicklung der National-Zeitung – Auswirkungen auf die bisweilen etwas hausbackene Propaganda der Partei und die Gestaltung der Wahlkämpfe geben? Sehen Sie die Notwendigkeit für Korrekturen an programmatischen und strategischen Aussagen Ihrer Partei? Planen Sie als Bundesvorsitzender neue politisch-inhaltliche Schwerpunkte?

Faust: Vielen Dank für Ihre Glückwünsche! Zu den Fragen: Sollen wir wirklich diskutieren, welche Partei sich bei Ihrer Propaganda zuweilen ins Biedermeier im Wortsinne vergaloppiert? Scherz beiseite: Als DVU-Bundesvorsitzender werde ich in Zusammenarbeit mit den Vorstandskollegen sicher meinen eigenen Stil entwickeln – das ist ja ganz normal. Eine Notwendigkeit für programmatische Änderungen sehe ich nicht. Wir werden allerdings insbesondere zur anstehenden Europawahl ein entsprechendes Europawahl-Programm ausarbeiten, das speziell auf europapolitische Themen eingehen wird.
Was die innere Organisation, Durchführung von Wahlkämpfen und Werbung neuer Mitglieder betrifft, sehe ich Bedarf für wesentliche Änderungen, die ich während des letzten Jahres in meiner Arbeit als Bundesorganisationsleiter bereits angestoßen habe.

Die Rahmenbedingungen haben sich für die Nationalen im letzten Jahrzehnt durch unseren immer weitergehenden, planmäßigen Ausschluß von Werbemöglichkeiten verändert. Nur durch eine aktive Politik, die direkt mit den Menschen in Kontakt steht und sie bei ihren Problemen abholt, können wir eine wirkliche Alternative zum etablierten Einheitsbrei transportieren. Hier werden wir ansetzen und danach unsere Arbeit ausrichten.

DS: Entsprechend den Absprache mit der NPD wird die DVU am 7. Juni zur Europawahl antreten. Gerade beim Thema EU fühlen sich viele Wähler hinters Licht geführt. Die Richtlinien aus Brüssel werden immer mehr und immer absurder, mit dem »EU-Reformvertrag« wird die EU-Verfassung durch die Hintertür durchgedrückt, und immer noch schwebt das Damoklesschwert eines EU-Beitritts der Türkei über den Nationen. Mit welchen Themen wird die DVU inhaltlich in den Wahlkampf gehen?

Faust: Wir wollen den Bürgern deutlich zu machen, daß die etablierten Politiker offensichtlich zum Ziel haben, Deutschland in der sogenannten »EU« aufzulösen. Die Deutschen sind nicht nur in der gegenwärtigen Finanzperiode der unangefochtene Zahlmeister geblieben, sondern es stehen uns noch höhere Zahlungen ins Haus. Auch die immer weitergehende Übertragung von Souveränitätsrechten, insbesondere in der Außen- und Sicherheitspolitik, an eine bürgerferne europäische Hoheitsgewalt lehnen wir strikt ab. Und vor allem sind wir wie die Mehrheit der Deutschen konsequent gegen den Beitritt der Türkei. Schon jetzt fließen »Heranführungsbeihilfen«, obwohl die Türkei historisch und kulturell kein europäisches Land ist und wir durch sie unweigerlich in furchtbare Konflikte gezogen würden. Wenn die Bürger diesen Prozeß hinnehmen, dann wird die Türkei eines nicht mehr allzu fernen Tages in der EU sein. Und was eignet sich besser für einen Denkzettel als die Europawahl?

DS: Welche Bedeutung messen Sie der zunehmenden Islamisierung Europas mit Blick auf den Wahlkampf bei?

Faust: Wir lehnen eine weitere Islamisierung unseres Landes klar ab. Das haben wir ja bereits im zurückliegenden Wahlkampf in Hamburg zu einem thematischen Schwerpunkt gemacht. Gleichzeitig möchte ich aber deutlich sagen, daß wir keine Feinde des Islam sind. Ganz im Gegenteil. Es geht einfach um die Wahrung unserer gewachsenen Identität. Genauso, wie sich arabische Staaten sicher gegen eine massive und gesteuerte Ausbreitung des Christentums in ihren Ländern wenden würden, nehmen wir dieses Recht für unser Land wahr. Der Islam ist ja nicht nur bloß Religion, sondern auch Weltanschauung und ein politisches System, das sich in seiner Hemisphäre bewähren mag, das aber mit dem unseren nichts zu tun hat. Deutschland darf nicht zum Schauplatz fremder Konflikte werden, seien sie ethnischer oder religiöser Natur.

DS: Gibt es europäische Bündnispartner, die den Wahlantritt der DVU unterstützen?

Faust: Wir haben in den vergangenen Monaten viele Gespräche mit europäischen Freunden, beispielsweise in Österreich, geführt und sind hierbei auf große Unterstützung gestoßen. In der nächsten Zeit werden die Gespräche intensiviert, wir hoffen, daß sich auch im Hinblick auf unseren Wahlkampf eine direkte Unterstützung unserer europäischen Partner ergibt.

DS: Ein bundesweiter Wahlantritt wie bei einer Europawahl ist mit erheblichen logistischen und organisatorischen Problemen verbunden. Welche organisatorischen Akzente wollen Sie setzen? Wird die DVU einen flächendeckenden Wahlkampf in allen Bundesländern stemmen können?

Faust: Der Wahlkampf wird unsere erste Probe sein, inwieweit unsere organisatorischen Veränderungen sich bewähren. Wir werden ein enges organisatorisches Netz bilden, so daß ein effektives, koordiniertes Zusammenwirken möglich sein wird. Wie sich dies bereits in der Vergangenheit bewährt hat, freuen wir uns auch hier auf die Mithilfe unserer Freunde in der NPD. Auch hierzu haben bereits vor einiger Zeit Gespräche stattgefunden, und sie werden auch in nächster Zeit fortgeführt werden.

DS: Aufgrund einer Wahlrechtsänderung dürfen keine Mitglieder anderer Parteien mehr auf der Liste der eigenen Partei kandidieren. Wer wird für die DVU fürs Europaparlament antreten? Wäre es nicht ein stärkeres Signal nach außen gewesen, wenn man auch parteilose Persönlichkeiten aus der volkstreuen Opposition eingebunden hätte?

Faust: Ich bin der Ansicht, daß unsere bereits weitgehend publizierte Europaliste mit Liane Hesselbarth an der Spitze eine ausgewogene Lösung darstellt. Die von Ihnen angesprochenen Wahlrechtsänderungen sind exemplarisch für das sonderbare Demokratieverständnis der sogenannten Volksvertreter. Derartige Manipulationen zeugen von der Angst der Herrschenden vor unseren im Deutschland-Pakt verbündeten Parteien und ihren möglichen Erfolgen.

DS: Entgegen der ursprünglichen Vereinbarung verzichtet die DVU zur Landtagswahl in Thüringen zugunsten der NPD auf einen eigenen Wahlantritt. Beobachter sehen das als einen Beleg, daß die Zusammenarbeit gut funktioniert, obwohl von interessierter Seite immer wieder Gerüchte gestreut wurden, die das gute Verhältnis in Frage stellten. Teilen Sie diese Einschätzung?

Faust: Es ist doch klar, daß vor allem die Medien alles daran setzen, unsere Zusammenarbeit zu stören, sei es durch Streuung von Gerüchten oder Falschmeldungen. Ich habe mich bereits in den letzten Monaten als Bundesorganisationsleiter um eine gute Kooperation bemüht und denke, daß mir dies gelungen ist. Genau diesen Weg sollten wir auch weitergehen und uns ganz sicher durch Außenstehende hier weder verunsichern noch behindern lassen.

DS: Im September steht zeitgleich mit der Bundestagswahl die für Sie wichtige Wahl in Brandenburg an. Wie begegnen Sie der medialen Totschweigespirale, und welche Themen wollen Sie in den Mittelpunkt stellen, um zum dritten Mal in Folge den Einzug in den Landtag zu schaffen?

Faust: Wir werden selbstverständlich die hervorragende Arbeit unserer Fraktion während der letzten beiden Legislaturperioden in den Vordergrund stellen. Durch sie war es uns bereits bei der letzten Landtagswahl möglich, einen deutlichen Stimmengewinn zu erzielen und ein weiteres Mandat zu erringen. Wir werden insbesondere die katastrophale Politik der brandenburgischen Regierung, gerade in der sozialen Frage, an den Pranger stellen.

Unser Wahlkampf wird durch absolute Öffentlichkeit geprägt sein. Mit einer großen Anzahl von Infotischen, öffentlichen Kundgebungen und weiteren Veranstaltungen werden wir dafür sorgen, sowohl in den Medien als auch in den Köpfen der Brandenburger stets präsent zu sein.

DS: Ihnen werden gute Kontakte sowohl zum eher bürgerlich-nationalen Lager wie auch zu Vertretern des Kameradschaftsspektrums wie Christian Worch nachgesagt. Wie wollen Sie diesen Spagat künftig bewältigen?

Faust: Einen Spagat sehe ich nicht. Eine Zusammenarbeit ist mit allen rechtlich denkenden Nationalen möglich, ob sie nun einer Partei angehören oder nicht. Wer hingegen seine »politischen« Ziele mit der Androhung oder Anwendung von Gewalt umsetzen will, gehört für mich nicht dazu. Wer mich kennt weiß auch, daß ich mit vor Jahrzehnten untergegangenen Diktaturen nichts am Hut habe und daß ich kein Rassist bin – und zwar ganz unabhängig davon, daß uns derartiges Gedankengut auch nicht weiterbringt. Das also ist der Rahmen. Innerhalb dessen gilt es, sich darauf zu besinnen, worum es uns eigentlich geht: Um unsere Heimat, unser Vaterland. Da muß es uns endlich gelingen, Trennendes zu überwinden und das Gemeinsame zu suchen.

DS: Der im Jahre 2005 geschlossene Deutschlandpakt zwischen DVU und NPD gilt bis zur Bundestagswahl. Welche Perspektive sehen Sie für eine Kooperation der Parteien über diesen Tag hinaus?

Faust: Die DVU steht zu diesem Pakt, mit dem ein Anfang zur Beendigung des ewigen Kampfes der Rechten untereinander geschaffen wurde. Ich bin auch für eine Fortsetzung über 2010 hinaus und wünsche mir, daß auch weitere patriotische Parteien ein Einsehen haben und sich anschließen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Holger Apfel.

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Deutsche Stimme
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