Der Türkei-Spezialist Bentour (Deutschland) hat sich endgültig aus dem deutschen Reisemarkt verabschiedet. Bentour war in die Kritik geraten, weil Urlauber nicht in den von ihnen gebuchten Hotels, sondern in deutlich einfacheren Häusern untergebracht wurden. Fernsehsender hatten mehrfach darüber berichtet. Bentour räumte daraufhin Probleme mit seinem Incoming-Partner in Antalya ein. Zahlungen seien von der Agentur nicht weitergeleitet und bestehende Reservierungen ohne Wissen von Bentour Deutschland storniert worden. Unter türkischen Hoteliers war jedoch von Zahlungsproblemen die Rede. Auch von ausstehenden Reisebüro-Provisionen wird berichtet.
Der Versicherungsmakler Gerhard Lorkowski war für die Zürich-Versicherung für den Insolvenzschutz von Bentour-Pauschalreisen zuständig: "Uns liegt die Gewerbeummeldung von Bentour vor. Danach hat Bentour sein Reiseveranstalter-Geschäft eingestellt und ist ab sofort nur noch als Reisemittler tätig. Deshalb wurde der Insolvenzschutz jetzt beendet, weil Bentour diesen nicht mehr benötigt."
Bentour war 1999 von der MNG Holding gegründet worden und bot anfangs Reisen im gehobenen Segment an. Die Reisenden wurden hauptsächlich in den MNG-Hotels World of Wonders Hotels (WOW) untergebracht und flogen mit der konzerneigenen MNG-Airline. Vor drei Jahren verkaufte MNG die Airline und zog sich dann auch aus der Touristik zurück. Zunächst war TV-Unternehmer Marco Lapidakis Bentour-Besitzer. Aber schon ein Jahr später ging Bentour an die Schweizer Global Aviation Holding.
Die unter dem Namen Bentour in Österreich und der Schweiz operierenden Firmen haben mit der deutschen Bentour nichts zu tun und sind weiter am Markt.