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Elektronischer Bundesanzeiger: Zehntausende Unternehmensbilanzen ungeschützt im Internet


SoftGuide fürchtet Datenmissbrauch


Elektronischer Bundesanzeiger: Zehntausende Unternehmensbilanzen ungeschützt im Internet

Über das Onlineportal des Bundesanzeigers sind die Bilanzen aller offenlegungspflichtigen Unternehmen in Deutschland über eine einfache Firmensuche anonym abrufbar. Unter den zahlreichen GmbHs und GmbH & Co. KGs ist auch die Firma SoftGuide aus Wolfsburg, die diesen Missstand jetzt aufdeckte. Der Betreiber einer erfolgreichen Online-Datenbank mit mehr als 5.200 überwiegend mittelständischen Anbietern fordert vom Bundesanzeiger die Einführung einer Sicherheitsabfrage („Captcha-Verfahren") als grundlegenden Schutz. Denn das Unternehmen und seine Kunden fürchten einen Datenmissbrauch, beispielsweise durch einen massenhaften, automatisierten Download der sensiblen Geschäftsdaten. Hinter der Politik des Bundesanzeigers steht das am 1. Januar 2007 in Kraft getretene Gesetz über elektronische Handelsregister und Genossenschaftsregister sowie das Unternehmensregister (EHUG). Durch die Veröffentlichung der Unternehmensrechnungslegung sollen alle Interessierten in die Lage versetzt werden, sich einen Überblick über die wirtschaftlichen Verhältnisse auch kleiner und mittelständischer Firmen zu verschaffen.

Durch eine einfache Abfrage des Firmennamens kann jeder Internetnutzer auf www.ebundesanzeiger.de unter anderem Bilanzinformationen von Wettbewerbern, Lieferanten, Geschäftspartnern oder dem eigenen Unternehmen abrufen – ohne sich dafür vorher registrieren zu müssen. Die Tragweite dieser, vom Gesetzgeber sowie vom BDI gewünschten Transparenz, ist vielen Unternehmern mutmaßlich noch nicht bewusst. SoftGuide sieht jedoch ein großes Risiko in der fehlenden Sicherheitsabfrage. Laut dem Internet-Experten können beispielsweise Bilanzinformationen oder Jahresabschlüsse massenhaft herunter geladen und diese Daten kommerziell vermarktet oder einfach über Suchmaschinen bereitgestellt werden. „Im schlimmsten Falle könnte bei der Eingabe des Firmennamens in Suchmaschinen wie Google sofort die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung des Unternehmens auftauchen – für viele Mittelständler sicherlich eine ‚Horrorvorstellung’", so Uwe Annuß, Geschäftsführer von SoftGuide. Ebenso bestehe die Gefahr, dass massenhaft herunter geladene Bilanzdaten in eine Datenbank eingelesen und bis ins Detail ausgewertet würden. SoftGuide warnt davor, die Phantasie von Online-Kriminellen zu unterschätzen.

Das enorme Missbrauchspotenzial sollte bei den Datenschutzbeauftragten von Bund und Ländern für Alarmstimmung sorgen, so die Einschätzung von SoftGuide. „Wir empfehlen dem Bundesanzeiger dringend, eine Captcha-Abfrage bei der Suchfunktion einzuführen", so Uwe Annuß. Captcha ist ein Test, der sicherstellt, dass ein Mensch die Sucheingabe vorgenommen hat und nicht etwa ein automatischer Such-Robot. SoftGuide sieht das Bundesjustizministerium sowie insbesondere den Betreiber des Bundesanzeigers in der Pflicht, die Daten zehntausender deutscher Unternehmen über dieses Standardverfahren, dass heute bereits auf vielen Webseiten eingesetzt wird, besser zu schützen. „Die Offenlegungspflicht von Unternehmensdaten begrüßen wir grundsätzlich. Es darf aber nicht sein, dass durch fehlende Sicherheitsvorkehrungen sensible Firmen- und Personeninformationen massenhaft in falsche Hände geraten", so Annuß.

Über Softguide
Der SoftGuide Softwareführer und IT-Dienstleister-Guide (http://www.softguide.de) ist das meistfrequentierte elektronische Verzeichnis für B2B-Software im deutschsprachigen Raum. Bereits für mehr als 5.200 Anbieter ist die Datenbank ein zentrales (Online)Marketing-Tool zur Präsentation und zum Vertrieb ihrer Produkte. Unter ihnen kleine und mittelständische Unternehmen, aber auch große Hersteller wie Microsoft, SAP oder Oracle. Denn als wirksamer Vertriebskanal bietet SoftGuide mit seiner umfassenden Marktübersicht nicht nur die Möglichkeit zur Positionierung im Wettbewerberumfeld, sondern ist vor allem ein effektives Werkzeug zur Kontakt- und Lead-Generierung. So suchen rund 5,5 Millionen Besucher jedes Jahr nach passenden Software-Lösungen, laden Demosoftware herunter oder nehmen Kontakt zu den Anbietern auf. Darüber hinaus setzen einige der wichtigsten IT- und Fachverlage auf SoftGuide wie IDG, Konradin, Vogel IT-Medien und ZDNET: Durch die Einbindung des Guides in das Service-Angebot ihrer Publikationen wie Computerwoche, CIO, Computer-Zeitung, IT-Business und Silicon.de eröffnen sie den Software-Anbietern auf SoftGuide den Zugang zu einem großen Fachpublikum.
Branchensoftware, Programme für betriebliche Anwendungsbereiche und Standardprodukte – in der strukturierten Informationsübersicht sind derzeit über 7.500 Programmeinträge gelistet. 1996 gegründet, war SoftGuide einer der ersten Dienstleister dieser Art, der sein Angebot nicht länger nur auf Datenträgern, sondern auch über das Internet verfügbar machte. Aus dieser ursprünglichen Geschäftsidee konnte sich SoftGuide als der Vertriebskanal für kommerzielle Software etablieren. Heute arbeitet das in Wolfsburg beheimatete Unternehmen an der Internationalisierung des Angebots. Durch konsequente Übersetzung ins Englische und länderübergreifende Ausrichtung bietet der Softwareführer auch für Software-Anbieter und –Dienstleister mit europäischer Ausrichtung ein umfassendes Service-Angebot unter http://www.softguide.com.

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