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Ausstellungstipp für Entscheidungsträger
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Ausstellungstipp für Entscheidungsträger


Ausstellungstipp für Entscheidungsträger

Maharaja – Pracht der indischen Fürstenhöfe



In München ist bis 24. Mai eine Ausstellung zu sehen, die es in sich hat: „Maharaja – Pracht der indischen Fürstenhöfe“. Inmitten der üppigen Exponate, die die Hypo-Kunsthalle dort in Zusammenarbeit mit dem Londoner Victoria und Albert Museum versammelt hat, erhält man ein paar Einblicke in geschichtliche Gesetzmäßigkeiten.

Als erstes wäre da die Schlacht von Panipat im Jahre 1761 zu nennen. Dass die Afghanen die Rote Armee in den 1980er-Jahren zum Abzug gezwungen haben, ist ja bekannt. Auch dass sie die Briten aus ihrem Land gejagt haben, dürfte sich durch Fontanes Ballade „Das Trauerspiel von Afghanistan“ herumgesprochen haben. Sie beschreibt den Versuch der Engländer, im Winter 1841 / 42 über den Khyber-Pass vor einem Aufstand in Kabul zu fliehen: „Die hören sollen, sie hören nicht mehr. Vernichtet ist das ganze Heer. Mit dreizehntausend der Zug begann. Einer kam heim aus Afghanistan.“

Aber dass Afghanen schon das indische Volk der Marathen, damals die Vormacht des Subkontinents, vernichtend schlugen, am 14. Januar 1761 bei Panipat nämlich, dürfte doch auf eine gewisse geschichtlich erprobte Unbezwingbarkeit Afghanistans hindeuten. Die schwere Kavallerie des Paschtunenführers Ahmed Schah Durrani setzte sich seinerzeit gegen die von Frankreich ausgestattete Artillerie der Marathen durch. Die Schlacht gilt als eine der größten des 18. Jahrhunderts und forderte 60.000 bis 70.000 Tote. Damit war das Vordringen der Marathen nach Norden gestoppt. Der Plan, ihre Herrschaft auf die damalige afghanische Hauptstadt Kandahar auszudehnen, war gescheitert.

Die Ausstellung über die Maharadschas veranschaulicht aber noch weitere Lehren. Zum Beispiel, wie kurzlebig weltbeherrschende Imperien sind. Erst 1858 hatte die britische Krone in Indien die Regierungsgewalt übernommen. 1877 wurde Queen Victoria zur Kaiserin von Indien ausgerufen. Valentine Prinseps Gemälde der Proklamationsfeier hält diesen Höhepunkt britischer Machtentfaltung eindrucksvoll fest. Doch schon 70 Jahre später wurde Indien unabhängig und das Empire zerfiel.

Letzte Lehre: Die Maharadschas – „große Könige“ – trugen zur Befreiung Indiens nichts bei. Sie ließen sich korrumpieren und ihr einziges Bestreben in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts scheinen Luxusgüter – Autos von Rolls-Royce oder Geschmeide von Cartier – gewesen zu sein. Die Freiheit brachten Indien in aller Einfachheit der Mahatma – „große Seele“ – und dessen Gedanken.

Karl Diefenbach

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Pressemitteilung vom 03.03.2010  18:10:36
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